9 Wege deinem Longboard Shop Betreiber auf den Sack zu gehen

Longboarding

Ihr kennt es wahrscheinlich alle. Da kommt ihr gut gelaunt in den Longboard Shop. Möchtet nur all euer Taschengeld oder Gehalt ausgeben und ihr bemerkt schon direkt am Anfang: der Verkäufer ist ein unsympathisches Arschloch. Kein Problem, bringt ihn einfach auf die Palme!

Natürlich geschieht dies wahrscheinlich schon mit eurer puren Anwesenheit. Aber damit ihr auch wirklich einen guten Job erledigt und ihm seinen Tag so richtig versaut, habe ich hier ein paar Tipps für euch:

Vertraut eurem Kumpel, nicht dem Fachmann
Nehmt euren Dude mit, der einst mal auf einem Skateboard stand – der weiß es besser als der Longboard Shop Verkäufer, welcher seine ganze Zeit auf den Brettern verbringt. Außerdem kann dir dein Kumpel bestimmt super Ratschläge geben: „Nein, ich würde dir lieber zu den Longboards mit diesen Ausschnitten raten, die sind sicherlich schneller!“

Frag immer nach Prozenten!
Wie teuer sind die Rollen? Krieg ich Prozente?
Mh, wie teuer ist denn das Brett? Krieg ich da Rabatt?
Das Griptape hier ist doch bestimmt umsonst, oder?

Wähle nur Equipment aus weil es cool aussieht und die Farben gut zueinander passen
„Schön und gut. Mit dem Setup krieg ich keine Wheelbites und es fährt sich super, aber mit diesen großen grünen Rollen an diesen schmalen Achsen sieht das viel geiler aus! Außerdem passt das grün super zur Longboard-Graphic!“

Dreck? Vorsicht? Niemals!
Komm mit Matsch verschmierten Schuhe in den Shop und probier so viele Bretter aus wie es geht. Dem Verkäufer wird das schon nicht anpissen, wenn du ihm die Bretter mit durchgesüfftem Griptape wieder gibst. Der macht die ja schon sauber und was schert dich das, was mit dem Material passiert? Außerdem kannst du ruhig alles abnehmen, umdrehen und vor allem verlegen. Musst du ja schließlich nicht wegräumen… .

Bestell oder reserviere ein Longboard – aber hole es nie ab!
Du bist im Shop und hast dich in ein bestimmtes Stück Holz verliebt? Hast aber gerade tragischer Weise nicht genügend Geld bei dir und auch deine EC-Karte liegt zu Hause. Kein Problem, lass dir das Longboard einfach reservieren – oder wenn dein Traumbrett doch nicht dabei ist – dann bestell es dir einfach! So oder so, hole aber bloß keines von den Longboards ab – niemals!

Hör nicht auf ihren Rat
Lass dich ewig beraten. Erkläre dem Shop Betreiber oder Jungen warum du unbedingt ein Downhill Board haben willst, am besten noch deine ganze Lebensgeschichte. Wenn du dir 60 Minuten später zudem die Unterschiede sämtlicher Longboards hast erklären lassen und dir die besten Downhill Longboards deiner Beschreibung zufolge erklärt und vorgestellt wurden – entscheidest du dich für den Dancer oder Cruiser. Nur um beim Skaten oder zu Hause in irgendwelchen Foren festzustellen, dass du eine völlig bekloppte Wahl getroffen hast und es nun der ganzen Menschheit mitteilen musst, dass es ja die Schuld des Shops sei  – nicht aber deine eigene Inkompetenz.

Nerven, nerven, nerven.
Kommt zur Rush Hour, dann wenn schön viel los ist und wartet bis der Verkäufer mitten im Gespräch ist. Dann fangt ihr an Fragen zu stellen, ständig. Fragt immer wieder! „Wie teuer ist das Brett?“ (Scheiß egal, ob da ein Preisschild dran ist, fragen kostest nichts.) Unterbrecht ihn oft. Lass ihn also gar nicht erst zu Ruhe kommen und zähle einfach die Fragen bis er explodiert.

Lüge den Shop-Betreiber an!
Du kannst einen Manual? Wenn er fragt, kannst du einen One-Foot-Nose-Manual! Und zwar verdammt lang, vom Shop bis zur Ampel… . Übertreibe immer wenn er dich fragt, schließlich bist du ein Ausnahmetalent, welches gefördert werden will und einen Sponsor sucht.

Lass dich beraten und teste – dann kauf online!
Geh zum Shop, am besten wenn wieder viel los ist und lass dich beraten. Detailliert! Nachdem dein Bildungsstandard sich nach ein,zwei Stunden rapide erhöht hat und dir im Klaren darüber bist, was du willst, kannst du gemütlich nach Hause gehen. Jetzt nur noch ins Internet und zack online bestellen.

Foto by Lotta and the Waves
Good vibes by rolligebrettl
Outfit by Blue Tomato

Björn ist 28 Jahre alt und hat Musik- und Medienmanagement, sowie Journalism and Visual Media studiert. Er kam vor Jahren zwecks Studiums aus Oldenburg nach Berlin, studierte zwischendrin ein Jahr in Dublin und kam seither nicht mehr von der Hauptstadt los. Vom Skaten und Snowboarden angetrieben, entwickelte sich schnell eine Leidenschaft zum Longboarden und die Idee zu rolligebrettl nahm Gestalt an und ging im Sommer 2012 online.

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8 Comments

  1. Ivo said:

    Sehr akkurat ausgeführt. So macht man es richtig!
    Vergesst auch nicht das ihr ja eigentlich schon alles wisst und nur zur Wissenskontrolle des Verkäufers mal nachfagt ob denn die grünen oder blauen REIFEN besser zu dem Pintail mit Rojas passt…
    Oh und 120€ ist einfach zu viel für ein gutes Setup.

  2. tom said:

    Dieser Artikel könnte es nicht besser treffen, ich hatte schon soo viele Kunden, die genau auf diese Beschreibung passen.. 😀

  3. Svena Svenson said:

    Und ganz wichtig nicht das anrufen vergessen ruft so oft wie möglich an und lasst euch das erklärte nochmal bestätigen und um ganz sicher zu gehen vieleicht auch noch eine Email.

    Schöner Artikel 🙂

  4. cibyte said:

    In österreich leider nicht ausführbar. denn meines wissen gibt es keinen longboardshop wo ein verkäufer auch wirklich longboard fährt (cruisen zählt das kann jeder vollhonk)

  5. Mel RUFFBOARDS said:

    Hi,
    Danke für den Lokalaugenschein 🙂 Ich hoffe, wir machens hier in Wien besser 🙂 Unsere Skater gehen doch recht zurfrieden raus aus dem shop 🙂
    Bis bald bei uns im Shop oder in der Manufaktur in Wien!
    Mel

  6. Matthias Nebel said:

    Hey! Haha! Was für ein feiner und geiler Artikel!
    Ich finde du hast es perfekt zustandegebachte den Saraksmus leicht und unterschwellig rüber zu bringen 😉
    Weiter so =) und Grüße nach Berlin aus Wien!

  7. Darko said:

    Hey Björn,

    super und mit viel Humor geschrieben.

    Ein Tipp noch: Nehmt die Amazon-App mit in den Shop, checkt die Preise und bringt den Verkäufer zum Schwitzen…
    Spaß beiseite: Kauft eure Longboards dort wo gut beraten wurde. Egal ob online oder offline.

    Cheers

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