Alexander „TikiAlex“ Frischauf, Filmservice der anderen Art

IDF Almabtrieb Downhill Skateboard

Der gebürtige Oberösterreicher Alexander Frischauf, besser bekannt als „TikiAlex“, hatte bereits sehr früh seinen ersten Kontakt mit dem Gravity Sport. Mit ca. 10 Jahren fetzte der heute 43-Jährige mit seine Jungs auf Plastikeinkaufszentrumboards und selbstgebastelten Holzplanken auf alten Rollschuhen die Berge hinab – das Ergebnis war ein gebrochener Unterarm. Danach kam eine kleine Pause von den Brettern und TikiAlex fuhr unter anderem Motorradgespann-Rennen als Beiwagenfahrer.

Streetluge Austria TikiAlex Downhill Filmservice

Streetluge Austria TikiAlex Downhill Filmservice

Das Blatt hat sich mittlerweile wieder gewendet und der TikiAlex ist kein Unbekannter mehr in der Gravity Sport Szene. Er war Veranstalter, Initiator, IGSA-Sieger und bietet nun ein Luge-Filmservice ab. Wir haben uns mit ihm unterhalten und vor allem spannendes zum Thema Stand-Up-Filmen erfahren.

Markus hat sich mit TikiAlex unter anderem über seine Liebe zum Gravity Sport, der neuen Herausforderung „On-Board-Filmen“ und die kommende Saison unterhalten.

Im Jahr 2003 bist du über Umwegen wieder zum Downhill Sport gekommen. Damals hast du auch den Gravity Sports Austria Verein gegründet. Erinnerst du dich noch an die Zeit?

Na klar. Ab 2004 bin ich Rennen gefahren und habe dann in der Saison 2006/07 den Gravity Sports Austria Verein gegründet. 2007 habe ich dann das erste Event veranstaltet. Das war das  „Rock’n’Roll – ein IGSA Weltcup Rennen, bei dem ich sechs Disziplinen an den Start geschickt habe –  Standup, Buttboard, Streetluge, Inline, Gravity Bike & Dirt Surfer. In den weiteren Jahren hab ich unter anderem noch 2008 ein Weltcup Stand-Up Rennen in Thalgau organisiert und in der Saison 2009/10 den König der Berge Cup in Österreich ins Leben gerufen. Geil war damals mein IGSA Gesamtweltcupsieg im Gravity Bike.

Und bist du dabei auch immer selbst mitgefahren?

Weltcup nein, weil der Aufwand einfach zu groß war. Aber beim König der Berge dann schon.

Hast du damals auch schon gefilmt?

Alex hinter dem 4t Platzierten Jürgen Gritzner beim LoRaLo Finale 2014

Alex hinter dem 4t Platzierten Jürgen Gritzner beim LoRaLo Finale 2014

Nein. Wie gesagt bin ich ja beim König der Berge selbst mitgefahren. Und zwar Stand-Up, Buttboard, Gravity Bike & Luge. Und so neben bei habe ich mich auch um die ORGA und die Rennleitung gekümmert.

Wie bist du dann auf das Filmen gekommen?

Ich hab immer meine eigenen Runs mit der GoPro gefilmt und weil nicht so viele Liegendfahrer damals dabei waren, bin ich immer mit Stand-Up Fahrern mitgefahren und hab die dann zuerst mit der Helmkamera gefilmt. Später hab ich dann die Kamera einfach ohne alles in der Hand gehalten und drauf los gefilmt. Hat richtig Spaß gemacht und gab mir eine neue Herausforderung beim Lugefahren. Im Jahr 2012 hab ich dann eine Dokumentation über Luge produziert (Work Sucks go Streeluging) und dabei dann auch selbst mit gefilmt. Darauf kamen dann die ersten Buchungen zum Filmen.

Was macht deiner Meinung nach einen guten Filmrun mit dem Luge aus?

Wo ich sehe das eine gute Footage zu stande kommt ist, wenn der Stand-Up Fahrer nicht unbedingt schaut, dass er eine schnelle Idealline fährt, sondern einen flowigen Run macht. Das heißt, er soll nicht auf mich schauen und sich denken, „Fuck, da ist der TikiAlex der mich stresst“ aber er soll auf mich achten und mit mir „spielen“. Lenny Gires ist hier ein gutes Beispiel. Er kann sehr gut mit einem Lugefilmern zusammenarbeiten. Nico Nührig kann ebenso richtig gut mit der Kamera und dem Lugefahrer spielen. Die Beiden verstehen es beim Filmen immer wieder die Line zu wechseln, mich zu überholen oder, überholt zu werden. Sie lassen mich auch mal die Idealline fahren. Das ist ein richtiges Spiel zwischen Filmer und Stand-Up Fahrer. Ich vergleiche es gern mit Stand-Up Pack Runs wo man miteinander und nicht gegeneinander fährt.

Auf was achtest du beim Filmen mit dem Luge?

Das ich mit der Kamera so nah wie möglich beim Fahrer bin. Ich versuche dann eben auch mit dem Standup Fahrer zu spielen. Zum Beispiel in der Kurve innen sein – je nach dem wie gut man abgestimmt ist.

Hattest du schon mal eine brenzliche Situation?

 Alex filmt Tina Zobel beim Almabtrieb 2014


Alex filmt Tina Zobel beim Almabtrieb 2014

Beim Almabtrieb im Speedstück mit ca. 95 km/H hatte ich eine Berührung mit Gaco. Wir waren sehr dicht beisammen und er dachte nicht daran das ich neben ihm bin. So kam er im Linksknick immer näher und hat mich nicht registriert und als er da war, konnte ich ihn mit dem Ellbogen leicht wegschieben damit er mir nicht reinfährt. Bei dem Speed ganz schön heiklig. Standardsituationen hab ich auch immer wieder. Das sind halt Sachen, die einfach vorkommen wie zum Beispiel wenn’s einen vor dir schmeißt und dann hast den Fahrer und das Brett direkt vor dir und muss ganz knapp ausweichen.

Seit wann bietest du bei Events einen Filmservice an?

2012 hab ich eben angefangen das Filmen für mein Dokoprojekt „Work Sucks, go Streetluging“ etwas professioneller zu machen und seit 2013 mach ich das eben auch für Veranstalter, wie damals die Jungs von High5 aus Graz oder den Herrn Risch beim Almabtrieb.

Wie läuft das Ganze dann ab?

Normalerweise melden sich die Veranstalter – „Hey TikiAlex, wie schauts aus? Ich hab ein Rennen (oder Freeride) und brauch gute on-board Aufnahmen von der Strecke“. Dann muss ich halt auch meist schauen, dass ich von meinem „Real Life Job“ einen Urlaub bekomme oder das am Wochenende gut unterbringen kann. Meist sind die Veranstalter recht frühzeitig dran und so kann ich das immer gut einteilen, wenn die Leute dann auch schon wissen wann der Event ungefähr stattfinden wird.

Mit welchem Equipment arbeitest du?

"TIKIALEX"

„TIKIALEX“

Angefangen hab ich mit einer der ersten GoPros. Mittlerweile filme ich meistens mit einer Canon DSLR und einem Weitwinkelobjektiv. Teilweise hab ich zusätzlich die GoPro am Kopf für Doppelaufnahmen. Bei Rennheats fahr ich aber nur GoPro weil ab dem 32-Cut z.B beim Almabtrieb die Topfahrer am Start sind und ich bei den hohen Geschwindigkeiten mit der Kamera in der Hand nicht mehr zusammen mit der Aerodynamik. Bei kleineren Events  wie zum Beispiel Iberg oder LoRaLo, wo der Topspeed nicht bei 100 km/H liegt, komme ich auch mit der Kamera in der Hand sehr gut zurecht.

Was steht heuer schon fix auf deinem Plan?

Auf jeden Fall Alpenrauschen. Hier gibt’s auch Neuerung mit dem Filmservice. Normalerweise such ich mir bei Events die Leute aus, wo ich denke hier gibts geile Aufnahmen, aber mit dem neuen Filmservice, kann sich jeder Fahrer einen Filmrun über den Veranstalter kaufen und ich filme mit ihm einen Run (Preis & Genaueres sind aber noch nicht bekannt). Dann werd ich noch am Pimp Mai Ride sein, (DLL Saisoneröffnung organisiert von Eimer). Hier werd ich aber mehr von ausserhalb filmen, weil mich der Herr Eimer mehr für ein gesamtes Eventvideo gebucht hat. Zu guter Letzt ist auch noch das ExtremsportVeko in Norwegen fix, auf das ich mich schon ganz besonders freue. Hier wurde ich für 1 Woche gebucht, schneide tagesaktuelle Videos, die dann beim nächtlichen Musikfestival gezeigt werden und ins Internet gestellt werden. Beim LoRaLo werde ich auch fix sein.

Dein kommendes Highlight?

Veko, ganz klar! Da wollt ich seit 2,3 Jahren schon umbedingt einmal fahren und nun hab ich durch’s Filmen die Möglichkeit. Das taugt mir schon sehr. Das Race ist zwar nur an einem Tag, aber es wird laut Veranstlater auch überall neben der Race-Strecke geskatet und gefilmt. Da ist angeblich eine ganze Woche Ausnahmezustand in Norwegen bei dem Event.

Danke Alex, viel Spaß und gute Footage in der neuen Saison!

Danke Markus!

 

Und wir wünschen euch viel Spaß mit  dem TikiAlex Season Edit von 2014 – „THIS IS DOWNHILL“

 

Markus Knoblechner

Er fotgrafiert, er schreibt, er skatet - am liebsten verbindet er alles miteinander. Die Rede ist von Markus Knoblechner, 26 Jahre und aus Salzburg, Sportjournalist Student, seit 2011 am Rollbrett unterwegs und seit 2013 sucht er den Kick beim Freeriden und Downhill. Neben rolligebrettl arbeitet und bastelt er an seinem eigenen Salzburger Longboard Blog und widmet seiner Zeit der Aktionsportfotographie. Ein cooler Typ, der vor Motivation nur so sprüht, wir freuen uns daher Markus mit an Board zu haben.

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