Board Review: Hackbrett Dreisam

Gut ein Jahr ist es her, dass die Schmiede der Hackbrett-Longboards umgezogen ist. Riesig war die Freude über die neue, größere Location. Seit einigen Tagen hat die Werkstatt und Produktionslinie richtig Form angenommen und es wird in Freiburg wieder fleissig gepresst, geshaped und gebastelt. Neue Bretter sind am entstehen, alte Bretter wurden teilweise wieder aufgegriffen und haben sich etwas verändert. WNT (Wiegt-Nix-Technologie) Protos befinden sich ebenfalls bereits in der Testphase. Nicht verwunderlich, dass in Freiburg die Leichtbauweise wiederaufgegriffen wurde, jetzt wo in der heurigen Saison, die Leichtigkeit der Bretter ein spannendes Thema wie selten zu vor ist (Vergleich Landyachtz oder TD Longboards mit ihren HollowCore Brettern).

Hard Facts

 

Hackbrett Dreisam Das Dreisam ist schichtlaminiert, das heißt es besteht aus einzelnen, dünnen Schichten. Nimmt man es auseinander, stößt man auf die Furnier der beiden Holzarten Ahorn und Esche. Verstärkt wird das ganze durch durch Glasfaser und Carbon. Mit einer Länge von 95 cm liegt das Hackbrett Dreisam zwischen dem kurzen und dem langen Drop Carve Brett von Landyachtz (93 cm / 101 cm). Die Breite an den Standflächen beträgt 24 cm und hat eine Concave von 1,2 cm. Die Wheelbase fällt relativ kurz aus, das Dreisam bietet einem 54 cm Platz zum Stehen. Hackbrett hat dabei darauf geachtet, dass der Radstand so kurz wie möglich ist und man dabei sehr nahe an den Achsen stehen kann. Weiters haben die Freiburger Shapekollegen den Rocker mit Camber gekreuzt – herausgekommen ist dabei ein Double Rocker, was dem Brett ein optimales Carveverhalten geben soll. Um den durchdachten Shape abzuschließen, ist das Brett mit kleinen Features wie Drops, kleinen Flügeln und Gaspadels abgerundet. Fast vergessen zu erwähnen, die symmetrischen Kicks, die das Dreisam zum Freestylen einladen. Preislich liegt das Brett mit ca 190 € unverbindliche Preisempfehlung im durchschnittlichen Preissektor.

Datenblatt

Länge: 95 cm / 37,4 Inch

Breite: 24 cm / 9,5 Inch

Wheelbase: 54 cm / 21,3 Inch

Concave: 1,2 cm / 0,5 Inch

Das Dreisam im Test

Für die Tests habe ich Caliber 44 und Boss Hawgs aufgeschraubt. Zu Beginn diente mir das Brett vor allem der Fortbewegung in der Stadt. Gemütlich cruisen von Zuhause auf ein Bier in die Stadt, weiter zum Kollegen und wieder nach Hause. Klasse. Durch das Drop Through steht man etwas tiefer am Brett als beim Top Mount und man pusht etwas leichter. Dazu kommt, dass man, wenn erst einmal richtig Fahrt aufgenommen, mit dem Dreisam sehr angenehm pumpen kann. Geschwindigkeit geht dabei kaum verloren, in Gegenteil, sollte es leicht bergabgehen, wie bei mir am Homespot in Salzburgs (10km leichtes Gefällte am Radweg), kann man mit etwas Übung die gesamte Strecke pumpen ohne einmal den Fuß zum Antauchen abzusetzen.  Perfektes Cruisen nach getaner Abend dem Sonnenuntergang entgegen.

Heelside Slide mit dem Hackbrett Dreisam © Tom DammannFür meinen zweiten Test habe ich mir zwei Slidespots rausgesucht. Nach der ersten Eingewöhnungsphase (stand zuletzt nur mehr auf Top Mounts), hat man das Dreisam richtig fein unter Kontrolle. Auf der breiten Standfläche finden meine Füße optimal Platz und wissen genau wo sie stehen. Hilfreich hierbei sind die von Hack eingearbeiteten Flügeln, bevor der Cutout beginnt. Beim Sliden reagiert das Brett und die Achsen sofort auf die inizierte Bewegung. Den serienmäßig angegebene Flex 1 vom Dreisam ist beim Sliden quasi nicht spürbar, das heißt es geht beim Einleiten keine Kraft verloren, im Gegenteil zu den Kollegen, denen das Dreisam sehr ähnlich ist – den Loaded Brettern Dervish Sama und TanTien. Ein schöner weiterer Vorteil beim Sliden mit dem Hackbrett aus Freiburg ist die angenehme Concave.

Zu guter Letzt habe ich auch noch einen dritten Test gewagt und das Hackbrett Dreisam einfach mal laufen lassen. Hier verhält sich das Brett ebenfalls sehr stabil und liegt angenehm auf der Straße.

Möglich wäre jetzt noch ein vierter Test gewesen – das Dreisam hat mich ja mit den knackigen Kicks quasi zum Freestylen eingeladen. Allerdings liegt die Zeit von Cross-Steps, Shuv-It Variationen und dem „fetzig-durch-die-Gegend-schleudern“ des Brettes bei mir schon etwas zurück. Deshalb habe ich mich persönlich beim Testen auf die oben genannten Fahraspekte beschränkt.

Fazit

Hackbrett Dreisam ReviewDurch die Drop-Trough Montage und dem damit verbunden leicht tiefergelegten Stand, kann man gerade als Beginner das „richtige“ pushen gut lernen und austesten. Wer das raus hat, wird schnell das angenehme Gefühl beim Pumpen zu spüren bekommen und sich flott fortbewegen. Beim Sliden spürte ich mit meinem Fuß immer sehr gut wo ich stehe.

Meiner Meinung ist das Dreisam ein kleiner Allrounder. Gerade für Leute, die sich ihr erstes Brett kaufen wollen und noch nicht genau wissen in welche Richtung sie es verschlagen wird. Das Dreisam bietet fast für alle Disziplinen das perfekte Brett zum Einstieg um die ersten wichtigen Schritte zu lernen. Preislich liegt das Hackbrett ebenfalls in einer guten Preisklasse, wer bedenkt, dass man ein Brett aus Handarbeit und 100 % Made in Germany kauft.

 

Markus Knoblechner

Er fotgrafiert, er schreibt, er skatet - am liebsten verbindet er alles miteinander. Die Rede ist von Markus Knoblechner, 26 Jahre und aus Salzburg, Sportjournalist Student, seit 2011 am Rollbrett unterwegs und seit 2013 sucht er den Kick beim Freeriden und Downhill. Neben rolligebrettl arbeitet und bastelt er an seinem eigenen Salzburger Longboard Blog und widmet seiner Zeit der Aktionsportfotographie. Ein cooler Typ, der vor Motivation nur so sprüht, wir freuen uns daher Markus mit an Board zu haben.

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