Board Review: Madrid Skateboards TwinTwin

Eure Blume hat das Madrid TwinTwin ganz genau unter die Lupe genommen und ausprobiert, was man auf diesem rolligen Brettl im Dance und Freestyle so anstellen kann.

Der Aufbau – erster Eindruck

Nachdem man von der Traditionsskateboardschmiede Madrid in den letzten Jahren eher Bretter so flach wie Heidis Mädels gewohnt war, überraschte es mich, dass sich das im 2014er Line up teilweise geändert hat: Neben den Freeride-”Ungeheuern” Yeti und Nessie zog mich vor allem das TwinTwin in seinen Bann: symmetrischer Aufbau aus 8 Lagen Ahorn ohne Schnickschnack auf einer Länge von 98 cm verteilt auf 63 bis 68 cm Wheelbase und ausreichend großen Kicks. Ich war überrascht von der enormen Breite von 27 cm, die trotz der kompakten Größe dazu einlädt, ein paar Dancemoves auf Brett zu legen. Der erste Eindruck gab mir in Hinblick auf Verarbeitung und Gesamteindruck keinen Grund zum Meckern. Die Grafik ist ganz nett, zeigt sie doch meine Schwester und mich im Profil … oder, für die meisten Betrachter, zwei freundliche Ameisenbären. Wie lange man sich daran erfreuen kann, bleibt abzuwarten. Nach einigen Testfahrten, haben die Nasenbären schon einiges an Blessuren abbekommen.

Datenblatt:

Länge: 98,5 cm / 38,38 inch
Breite: 27,5 cm / 10,75 inch
Wheelbase: 63- 68 cm / 26,25 – 27,75 inch
Konstruktion: 8 Lagen kanadischer Ahorn

Madrid TwinTwin Deck

Madrid TwinTwin im Test

Ich testete das TwinTwin mit 180 mm Bear Grizzlys und Pink Polka Dots 62mm, 81a. Die flared Wheelwells erlauben einerseits bei meinem Gewicht und Achseneinstellungen Rollen bis zu einem Durchmesser von 70 mm, wobei man wegen des leichten Rockers trotzdem schön tief steht; andererseits sorgen die flared Wheelwells auch ganz angenehm für Orientierung, denn das Concave ist eher schwach ausgeprägt. Die mittlere “Zacke” des angekündigten W-Concave kann man nur bei sehr gutem Licht und Betrachtung aus dem richtigen Winkel erahnen. Ich persönlich vermisse außerdem etwas Drop.

Josefine Blume testet das Madrid TwinTwinFreestyle scheint die Bestimmung des TwinTwin zu sein; bei meiner ersten Ausfahrt gelangen schnell alle Tricks. Das Brett lässt sich super wirbeln, drehen, poppen. Letzteres auch durch den steifen Aufbau. Flex sucht man bei meinem Kampfgewicht vergebens, wobei ich damit ja nicht gerechnet hatte. Wenn man zwischendurch ein paar Peter Pans und Cross Steps einbauen will, ist das bei der Breite durchaus möglich; wenn natürlich weniger angenehm, weil der “Flex” nichts zurückgibt. Verkauft wird das TwinTwin primär als Freeride Deck.

Der stiffe Aufbau und der Rocker geben dem TwinTwin die nötige Stabilität für Freerides und auch Standup Slides lassen sich schön einleiten. Jedoch bietet die mager ausgeprägte Concave bei extremen Fahrmanövern nicht unbedingt den sicheren Stand, der erhofft, bzw. erwünscht ist. Auch Curbs stellen dank den Kicks kein großes Hindernis da und machen Lust auf mehr.

Ein kleiner Wermutstropfen muss noch erwähnt werden: Leider habe ich nach einer Woche intensiven Probierens eine winzige Delaminierung an einem der Wheelwells bemerkt. Ich will daraus nicht auf einen allgemeinen Qualitätsmangel schließen. Ich habe meinen Nasenbären direkt mit Shoogoo verarztet – mal sehen ob das funktioniert.

Fazit über das Madrid TwinTwin

 Madrid TwinTwin ReviewInsgesamt ist das Madrid TwinTwin eine der eierlegenden Wollmilchsäue, die momentan überall auftauchen. Und unter diesen ist es mit 120 € eine günstige Alternative mit tollem Preis-Leistungs-Verhältnis für Leute, die sich im Freestyle, sowie Freeride versuchen wollen.

Die Verarbeitung macht einen guten Eindruck, doch gibt die kleine Delamination nach einer Woche zu denken. Die Länge und Breite machen das Madrid TwinTwin zu einem Allrounder, wie man ihn derzeitig oft sieht. Die schön ausgeprägten Kicks geben genug Pop für allerlei Spielereien. Das Madrid TwinTwin ist jedoch ein Freeride Board und fühlt sich dabei auch mehr als Wohl. Einziges Manko ist die schwach ausgeprägte W-Concave. Ist auch immer eine Geschmackssache, doch gibt sie einfach nicht die Sicherheit, die man gerade bei einem Freeride Brett erwartet, aber dennoch bei richtigen Grip auf dem Brett 360° Slides ermöglicht.

Hier noch eine kleine Inspiration, was man mit dem TwinTwin unter anderem anstellen kann:

Josefine aka Frau Blume ist 26 Jahre alt, von denen sie die letzten zwei fast komplett auf vier Rollen verbracht hat. Dancen ist ihre Leidenschaft, die sie mit breitem Grinsen und jeder Menge Motivation in die Welt trägt. Gerade hat sie ihr Medizinstudium in Magdeburg hinter sich gebracht und wird demnächst die erste skatende Neurologin Regensburgs sein. Von dort berichtet sie zukünftig für rolligebrettl.de über alles, was ihr tanzendes Herz beschäftigt.

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