Christopher Fischer-professioneller Boardercross-Fahrer über sein Leben

Christopher Fischer – er ist jung, hat Spaß am Leben und fährt professionell Snowboard Boardercross. Er ist verdammt fix auf dem Brett und ein angenehmer Zeitgenosse, welcher seine Erfahrung und Know-How gerne teilt und immer mit Tipps rund ums Snowboarden weiterhilft.

Ende Mai 1990 wurde Christopher in der österreichischen Rosenstadt Tulln geboren und ist in Wördern aufgewachsen. Seit acht Jahren ist er nun in Schladming und fühlt sich dort auch pudelwohl. In den knapp zwei Wochen des ÖSV-Lehrgangs nach der Saison bewies er, neben seinem Können als Snowboarder, auch Geschmack und empfiehl mir den Vogelbeeren Schnäpsle, welcher wirklich sehr genüsslich ist. Er bewies, trotz wenig Schlaf und unerklärlichen Kopfschmerzen, auch sein Durchhaltevermögen und stand wacker pünktlich morgens auf der Matte. Ein toller Snowboarder und ein toller Mensch, mit dem man gern einen Abend verbringt, aber auch gern den Berg unsicher macht.


Christopher, wie bist du eigentlich zum Snowboarden gekommen, warst du anfangs auch Skifahrer?

Da meine Eltern schon begeisterte Skifahrer waren, war ich das erste Mal mit drei auf Skiern unterwegs. Snowboarden wurde dann mit zwölf für mich interessant, was mir wiederum nur erlaubt wurde, weil ich gut Skifahren konnte. Ich bin dann ein Hobbyrennen mitgefahren und da ich das gewonnen habe, hat mich ein Scout aus Schladming angesprochen. Ich habe dann kurzer Hand entschieden nach Schladming zu ziehen und dort auf die Skihandelsakademie zu gehen. Jetzt bin ich seit acht Jahren hier und will nicht mehr weg.

Du fährst selber professional Boardercross. In Europa ist die Popularität noch nicht so enorm, vielleicht magst du den Laien kurz Snowboard-Boardercross erklären?

Im Boardercross starten immer vier-, mittlerweile sechs-Läufer gegeneinander auf einem Kurs, der aus Sprüngen, Roller (Wellen) und Steilkurven besteht. Die Ersten zwei oder drei steigen in die nächste Runde auf und müssen den Kurs nochmals bewältigen, bis nur mehr vier-sechs Läufer übrig sind. Das ist dann das Finale.

Und in welcher Mannschaft oder in welchem Kader bist du?

Zurzeit bin ich im National B Kader und fahre hauptsächlich Europacup und ein wenig Weltcup Rennen.

Was war denn dein bisheriger größter Erfolg?

4. Platz in Norwegen beim Europacuprennen und Qualifikation in der Schweiz, bei einem Weltcuprennen.

Ein ziemlicher Überflieger – woher kam dann die Begeisterung zum Boardercross bei dir?

Ich denke dieses „Mann gegen Mann“ Gefühl ist das Faszinierende an dem Sport und was auch mich so fasziniert. Es kann alles passieren und das zu jeder Zeit! Du bist Letzter und auf einmal stürzen zwei Leute vor dir und du bist weiter. Es ist auch ein sehr körperbetonter Sport, es ist alles erlaubt, außer Halten und Schlagen natürlich.

Viele haben, wie du erwähnt hast, ein falsches Bild davon wenn du sagst, du fährst professionell Snowboard. Ich denke jetzt bietet sich die Gelegenheit das Bild gerade zu rücken. Du fährst nun seit sieben Jahren professionell Snowboard, reist in der Saison viel rum und im Sommer jobste mal hier und mal da. Wie gestaltet sich so ein Jahr bei dir?

Leider ist unsere Sportart nicht oft in den Medien vertreten. Dabei finden die Leute die Sportart sehr, sehr aufregend und actionreich. Es gibt Stürze, Sprünge und ist zudem bis zum Schluss spannend. Durch die mediale Abwesenheit ist es aber sehr schwer bei uns von dieser Sportart zu leben. Die meisten meiner Teamkollegen – nein Alle – müssen im Sommer somit ihr eigenes Geld verdienen. Manche sind beim Bundesheer und andere zum Beispiel bei der Polizei (diese unterstützen Sportler und wir bekommen im Winter frei).Ich zum Beispiel habe schon sehr viele verschiedene Jobs gemacht. Ich war schon Postler, Dachdecker, Installateur und so weiter.

Nach der Arbeit muss natürlich hart trainiert werden, um uns fit zu halten. So kann im Sommer ein Tag um sechs in der Früh beginnen und endet um 23 Uhr mit Krafttraining. Im Winter ist es ein wenig einfacher, da wir frei haben. Wir beginnen mit der Saison im September auf den österreichischen Gletschern. Am Vormittag Snowboarden, am Nachmittag dann Kraft- und Ausdauertraining. Ab Dezember beginnen die Rennen bis April. Da sind wir dann rund um den Globus unterwegs (Russland, Norwegen, Spanien, Amerika…). Danach beginnt dann Jeder wieder zu Arbeiten.

Kennengelernt haben wir uns ja bei dem ÖSV-Snowboardlehrer Kurs, was trieb dich denn dazu an?

Da ich aus eigener Erfahrung weiß, kann es gerade bei unserem Sport sehr schnell zu schweren Verletzungen kommen (Rückenbruch – alle Knie und Knöchel sind mit Schrauben oder ähnlichem geflickt). Und meiner Meinung nach ist jede Ausbildung, die man im Leben macht, eine gute Erfahrung.

Da stimme ich dir zu und deine Pläne damit?

Ich möchte auf jeden Fall bis zum staatlichen Trainer und Lehrer weitermachen. Da ich sehr gerne nach dem Ende meiner Karriere als Trainer arbeiten möchte.

Die Leidenschaft zum Snowboarden, was treibt dich da genau an?

Es ist einfach das Gefühl im Freien zu sein und mit Leuten abzuhängen, die die gleiche Leidenschaft haben wie einer selbst. Wir sind im Rennen alle Konkurrenten aber in der Freizeit gute Freunde.

Besser und schneller zu werden ist natürlich der beste Antrieb.

Mittlerweile bist du ja schon etwas durch das Snowboarden rumgekommen, aber wo magst du noch unbedingt shredden?

Ich will unbedingt nach Kanada freeriden gehen. Da ich in meiner Freizeit, wenn es der Schnee zulässt, auch sehr viel neben den Pisten unterwegs bin.

Du hast mir von ein paar Kumpels von dir erzählt, wo du mit dem Auto vorweg fährst und sie dir mit dem Longboard, Downhill hinterher heizen. Bist du selber auch am Longboarden?

Ich habe vor kurzem damit begonnen und es macht mir höllisch Spaß. Natürlich sind meine Skills noch nicht so ausgereift wie auf dem Snowboard, aber ich bin sehr ehrgeizig und das wird schon noch  kommen.

Du hast sehr starkes Interesse an den Skid Cruiser’n geäußert und willst nun unbedingt einen haben. Bist du eher auf das Adrenalin und das Feeling aus, oder machst du weitere Sportarten als Ergänzung zum Boardercross?

Also der Skid Cruiser hat mich voll begeistert. Da ich ja in Schladming in den Bergen wohne und wir überall kleine Straßen haben, wäre das Teil hier mit Sicherheit ein riesen Spaß.

Natürlich spielt da das Adrenalin eine Rolle, aber ich bin mit Sicherheit nicht nur auf Adrenalinsport aus. Ich gehe gerne alleine laufen, mit Musik in die Ohren, um dabei den Kopf frei bekommen, genauso wie Biken und Klettern. Aber im Training machen wir eigentlich so ziemlich jede Sportart. Ich finde bei allem was man im Leben tut muss einfach das Feeling stimmen.

Welches Snowboard-Erlebnis wirst du nie vergessen?

Meinen Rückenbruch in Kongsberg (Norwegen). Ich war ohnmächtig und als ich wieder zu mir kam dachte ich erst das ich träume, denn es waren überall blonde hübsche Ärztinnen – haha danke Norwegen. 😉

Was würdest du den Lesern mitgeben wollen, wenn sie einen ähnlichen Weg wie du einschlagen möchten?

Man sollte niemals aufgeben. Teilweise gelingt einem nichts und man will alles hinschmeißen. Genau dann muss man noch härter trainieren und sein Letztes geben!

Dieses Mal leider nicht auf dem Balkon in Schönberg mit der tollen Aussicht, aber Danke Christopher für das nette Gespräch, den Einblick in dein Leben und weiterhin viel Erfolg bei deinen Zielen!

Hier noch ein nettes Video für euch , um noch etwas weiter in Christophers Welt einzutauchen.

Björn ist 28 Jahre alt und hat Musik- und Medienmanagement, sowie Journalism and Visual Media studiert. Er kam vor Jahren zwecks Studiums aus Oldenburg nach Berlin, studierte zwischendrin ein Jahr in Dublin und kam seither nicht mehr von der Hauptstadt los. Vom Skaten und Snowboarden angetrieben, entwickelte sich schnell eine Leidenschaft zum Longboarden und die Idee zu rolligebrettl nahm Gestalt an und ging im Sommer 2012 online.

2 Comments

  1. ルイヴィトン バッグ said:

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