das Downhill Einmaleins

Anstandsregeln gibt es überall – bei den Schwiegereltern, im Urlaub und in der Arbeit! Aber haltet euch fest. Anstandsregeln, auch bekannt unter dem Namen Etikette, gibt es auch im Skaten. Und nirgends sind diese „Benimm-Regeln“ wohl wichtiger als beim Downhill und Freeriden. Es ist verdammt wichtig, dass jeder der sich mit seinem Brett den Berg herabstürzt über die wichtigsten Anstandsregeln bescheid weiß, um den Sport und den Spot nicht in Gefahr zu bringen.

Vor ein paar Tagen haben unsere amerikanischen Kollegen vom SkateSlate Magazin, in Form von Ari Chamasmany, „a skateboards Guide to proper Downhill“ in den Äther geschickt. Danke Ari für diese wertvollen, weißen Worte und den Anstoß, als größtes deutschsprachiges Online-Magazin den gleichen Weg einzuschlagen – das Downhill Einmaleins.

 

1 x 1 = Helm, Helm und noch mal Helm

Landyacht Europe Rider im PackRoad-Rashes heilen und es bleiben schöne Narben, Knochen brechen und wachsen wieder zusammen. ABER deinen Schädel kann dir niemand auf der Welt ersetzen. Also denk dran, Helm auf und du hast noch lange Spaß am Skaten!!

1 x 2 = Überschätze dich nicht

Passe beim Skaten deine Geschwindigkeit an dein Können an. Nichts ist schlimmer, als unbeholfen bei +60k vom Brett abspringen zu müssen, weil es einem zu schnell unter den Füßen wird. Wer sich langsam steigert, lernt seinen Skill selbst noch besser kennen!!

1 x 3 = Kenne den Spot

Wen du nicht gerade deinen Lieblingshomespot skatest, bist du sehr gut damit beraten die Straße einmal mit der Karre abzufahren. Achte auf Schlaglöcher, Asphaltwechsel und schwer einsichtige Stellen. Ein gemütlicher Warm-Up-Run vor dem „Los-Ballern“ hilft dir zusätzlich den Boden und sein persönliches Slideverhalten zu testen!!

1 x 4 = Stay in your Lane

„Stay in your Lane“ klingt ja schon fast wie eine alte, abgetroschene Phrase, aber man kann es nicht oft genug sagen. „Stay in your Lane“, denn wer im offenen Verkehr skatet, sollte sich bewusst sein, dass es auch noch andere Verkehrsteilnehmer gibt, mit denen man sich die Straße teilt!!

1 x 5 = Such dir einen Spotter

Wer eine Straße zum Verlieben gefunden hat wird oft merken, dass es immer wieder schwierige, uneinsichtige Stellen und Kurven gibt. Hier ist es nur mehr als ratsam einen seiner besten Spezln abzustellen um Bezug auf die Kurve zu nehmen. Das heißt den Abschnitt oder die Kurve sichern und zu „spotten“ ob ein Auto oder Radfahrer kommt. Und glaub mir – du wirst dich über einen feinen Run freuen. Und auch dein Kumpel freut sich danach über dein spendiertes 0,5 Hopfenmalzgetränk!!

1 x 6 = Gemeinsam machts mehr Spaß

Tyler führt das Pack. Im Hintergrund: das ShuttlecarGanz klar. Allein sein ist was für Nerds. Skaten macht am meisten Spaß, wenn man ein Auto voll bekommt. Zu Fünft können bis zu vier Mann steezy skaten und man hat auch noch jemanden der das Shuttle fährt oder einen Raw Run filmt – Eine sinnvolle Abwechslung der Fahrer ist hier der Key für eine gechillte Downhill-Session!! (vorausgesetzt natürlich ihr habt alle einen Führerschein!) Die Groms haben hier natürlich die Nase vorn und kommen mehr zum Skaten, aber die treten schon noch früher oder später zum Shuttledienst an.

1 x 7 = Windschatten & Überholen

Wer nicht gerade allein skated, der wird auch immer wieder merken wie geil es sich anfühlt, wenn man im Windschatten des Vordermanns fährt. Im „Draft“ saugt man sich förmlich nach vorne. Aber auch hier ist Vorsicht geboten. Im offenen Verkehr überholen ist nicht gerade die beste Idee. Lieber im Windschatten bleiben, immer wieder etwas Speed rausnehmen (Airbrake), den Vordermann etwas nach vorne schieben und hinter dem Kollegen bleiben. Sollte sich auf einer langen gerade ein guter Spot zum überholen bieten, kündigt euch an. (Klatschen mit den Slide-Pucks)

1 x 8 = ask the locals – skate with locals

Gregor slidet zwischen nervigen Bitumenstreifen - als Local kennt er den Spot ganz genauWer kennt einen Spot besser als die Locals? Wann ist die Beste Zeit zum Skaten? Wo ist die beste Linie? Wo muss man Achtgeben? und, und, und – keiner wird einen DH-Spot besser kennen als die ansässigen Locals. Also wer auf seinem Skatetrip den ein oder anderen neuen Spot aufsucht, sollte sich zuerst im lokalen Skateshop oder über Social Media (gibt ja fast für jedes „Kaff“ eine Facebook-Longboard-Gruppe) erkunden und mit den Locals skaten gehen. Sie werden es dir auch danken, wenn der Spot nicht zerstört wird und man in Zukunft noch öfters dort skaten können.

1 x 9 = aufräumen

Das sollte man zwar nicht mehr extra erwähnen, aber leider ist es überall doch immer noch der Fall, dass Leute ihren Müll an Spots zurücklassen. Leute, ist doch nicht so schwer, ihr seit doch e mit der Karre am DH oder Freeride-Spot, also packt den Müll in die Karre und schmeißt ihn in die nächste öffentliche Tonne. Apropos Auto und Müll – tut auch dem Shuttlefahrer und dem Autobesitzer einen Gefallen und nehmt euren Mist mit. Er wird es euch danken.

1 x 10 = nicht rumtrödeln – auch wieder weiterziehen

Manch einer bombt Straßen, wo die Polizei oder Anrainer strikt etwas dagegen hat. Was nun, wenn die Straße der absolute Traum ist? Ganz einfach. Trotzdem bomben und so schnell wieder abziehen, wie ihr gekommen seit. Oft bietet sich halt nur 1 x die Gelegenheit die Straße zu skaten. Aber auch bei Spots, wo es nicht so stressig ist, sollte man nicht zu sehr rumtrödeln.

 

Fotos von MK Media

Markus Knoblechner

Er fotgrafiert, er schreibt, er skatet - am liebsten verbindet er alles miteinander. Die Rede ist von Markus Knoblechner, 26 Jahre und aus Salzburg, Sportjournalist Student, seit 2011 am Rollbrett unterwegs und seit 2013 sucht er den Kick beim Freeriden und Downhill. Neben rolligebrettl arbeitet und bastelt er an seinem eigenen Salzburger Longboard Blog und widmet seiner Zeit der Aktionsportfotographie. Ein cooler Typ, der vor Motivation nur so sprüht, wir freuen uns daher Markus mit an Board zu haben.

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