Im Interview: BuddyBuddy – durable green products

Wir wissen ja alle wie wir teilweise schädlich mit der Natur umgehen. Manch einer sagt, wir spüren auch bereits die Auswirkungen, die durch unser unsorgliches Verhalten der Umwelt gegenüber entsteht. Zum Glück gibt es Menschen, die sich um unsere Natur sorgen. Einer von ihnen – Mike Gelbricht von BuddyBuddy aus Dresden. Er setzt beim Bau seiner Boards (Skate & Snow) auf durable green products und verfolgt seine Vision – er  verzichtet auf Kunststoffe, Carbon und auf von weit, weit her importierte Hölzer, deren Anbau andernorts Böden ruiniert und ganze Landschaften zerstört. Hierfür hat er sogar eine neue, einzigartige Technologie entwickelt –  AnchorCoreTechnology

Wir finden diesen Ansatz wunderbar und durften bereits auch ein BuddyBuddy Brett testen. Aus diesem Grund haben wir kurzerhand Mike zu einem kurzen Interview gebeten, bevor wir aber mehr verraten, lest selbst was er zu sagen hat:

Stellt euch kurz vor bitte: Wer seit ihr? 

Aloha! Hier in Dresden eingebettet im Elbtal zwischen den Ausläufern des Erzgebirges, sowie der Elbsandstein-Region liegt die Wiege und das Rolldorado von BuddyBuddy. Unsere Produkte mit der AnchorCoreTechnology stehen für enorme Haltbarkeit in Verbindung mit höchster Dynamik und zählen zweifellos zu den stabilsten Decks der Welt.

Wann kam die Idee Longboards zu bauen?

Als gelernter Tischler habe ich es in meiner Freizeit und während meiner Arbeit, seit nunmehr über 20 Jahren, täglich mit Brettsportprodukten zu tun. Die Idee etwas Eigenes umzusetzen kocht sicherlich in vielen handwerklich begabten und sportlich ambitionierten Menschen. Durch mein Engagement im Brettlladen Dresden, bekomme ich es im Verkauf und auch im Servicebereich mit sehr hochwertigen Material zu tun. Dadurch beschäftigen wir uns auch regelmäßig mit Kundenreklamationen und in nicht wenigen Fällen mit sogenannten Delaminationen. Diese Delaminationen waren dann auch der verbindliche Auslöser für die Idee zur Ankertechnologie, bei der wir beide Außengurte miteinander verbinden und somit den Abriss der tragenden Schicht verhindern.

Buddy 02Wo shaped ihr also euro Bretter?

Die Herstellung unserer Longboards findet fast vollständig hier in unserer direkten Heimatregion statt.

Und das Material für die Boards bezieht ihr wo?

Alle Grundmaterialien eingeschlossen der Laminatfasern stammen aus der Region und auch unser neues Material für den Stoßschutz und die Riserpads, beruhend auf 100% nachwachsenden Rohstoffen, produzieren und verarbeiten wir hier vor Ort selbst. Wir sind also zu 100% Made in Germany.

Und wann habt ihr dann das erste Brett geshaped?

Wir begannen 2009 mit dem Bau unseren ersten Longboards und waren mit dem Brettlladen und den wöchentlichen Rollrunden sofort am Puls der Rollkultur. Unsere ersten Shapes sind tatsächlich beim Fahren entstanden und wir haben grundsätzlich nie gemessen, sondern nur entworfen und korrigiert. Das Maße sollte sich aus unserer Zufriedenheit ableiten und nicht andersrum.

Wie sahen demnach eure ersten Versuche aus?

Zurückschauend war unser Konzept wohl richtig, denn während wir einerseits in Zusammenarbeit mit ansässigen Instituten und Prüfzentren die AnchorCoreTechnology als 3D- Armierung weiter entwickelten, begannen wir parallel auch praktische Laminaterfahrung zu sammeln.  Durch diese Kooperation war es möglich, völlig neue Lösungen und Wege zu finden und die physikalischen Vorteile unserer Technologie mess- und prüftechnisch zu hinterlegen.

Es war eine Pionierzeit für uns und über die ersten Shapes schmunzelt heute so mancher, aber eines hatten unsere Decks von Beginn…Fahrdynamik pur und immer einen Gute-Laune-Passagier an Bord.

Welche Holzarten verwendet ihr? Habt ihr einen speziellen Aufbau?? Irgendwelche Besonderheiten?

Gerade bei diesem Thema müssen wir bisschen die Handbremse anziehen, denn die AnchoreCoreTechnology hat das Interesse vieler Produzenten weltweit auf sich gezogen und die Umsetzung unsere Ideen ist in vielen Bereichen technisch absolutes Neuland und deshalb im Fokus, auf das wir natürlich auch sehr stolz sind. Aber damit ihr euch trotzdem etwas vorstellen könnt, versuche ich das mal etwas zu erklären:

Hierfür trennen wir den Aufbau einmal in zwei Bereiche: die Komponente 1 ist der Kern selbst und Komponente 2  sind die außenliegenden Laminatschichten, welche z.B. aus  Naturfaser, Glasfaser oder Kohlefaser bestehen können. Allein im Kernaufbau liegen schon so viele Möglichkeiten, Details und Unterschiede welche später definitiv spürbar sind. Um einfach nur ein Beispiel zu nennen, so kann man bei ein und demselben Stück Holz nur durch die Ausrichtung des Faserwuchses, die Biegestabilität bis zum 8 fachen verändern. Wir verarbeiten auf diese Weise immer einen europäischen Massivholzkern mit verschiedenen Weich- und Harthölzern.  Die Baumarten auf die wir dabei zurückgreifen sind  Pappel, Esche, Akazie, Ulme, Buche, Bergahorn, Eibe und Nussbaum. Die Komponente 2 der Laminatfasern oder -schichten hier tiefgründig zu erörtern, würde  sicher den Rahmen sprengen. Obwohl gerade hier falsche und Markt strategische Parolen an der Tagesordnung sind. Oft werden kostengünstige Kernkonstruktionen mit völlig überflüssigen und Klima feindlichen Fasern aus der Raumfahrt versehen und dem Endverbraucher anschließend zwingende Technologievorteile suggeriert. Aber wir möchten ja hier und heute über uns reden und nicht über andere.

Buddy 05Wir selbst haben mit der AnchorCoreTechnology unseren Weg gefunden, in dem wir die mit Druck und Zug belasteten Zonen miteinander koppeln und somit stabilisieren. Diese weltweit einmalige Technologie erhöht nachweislich die Dynamik, die Belastbarkeit und Lebensdauer unserer Brettsportprodukte. Gerade eben wurde unserer Technologie im Prüflabor des größten Boardproduzenten Europas, auf alle wichtigen Eigenschaften hin getestet. Der Hersteller wollte Klarheit darüber, ob unsere Aussagen tatsächlich werthaltig sind. Die Messlatte lag hoch, denn die Referenzen stammten vom hausinternen Prüfliebling. Wir haben bei diesen Test nicht nur jede einzelne Disziplin mit Abstand gewonnen, sondern speziell bei den Dämpfungs- und Bruchwerten lagen wir mit  AnchorCoreTechnolgy definitiv in einer anderen Dimension. Ab sofort fertigen wir den Stoßschutz unserer Longboards und unsere Riserpads aus einem Naturrohstoff und verzichten somit auf jede Verwendung Erdöl basierender Kunststoffe. Dieses Material ist vollständig biologisch abbaubar und gleicht in seinen mechanischen Eigenschaftsprofil schlagzähen Kunststoffen, wie z.B. ABS.

Wie viele Bretter habt ihr zur Zeit in eurem Sortiment??

Aktuell haben wir in 2 Modelle in 6 verschiedene Versionen integriert.

Das Modell „Basic“ ist in zwei verfügbaren Längen und in unterschiedlichen Flexstufen erhältlich.

Das Modell „Freeride GT“ und „Freeride ST“ kommt ebenfalls in zwei Flexstufen.

In welchen Ländern kann man eure Bretter kaufen??

Als Start-Up Unternehmen stehen momentan vertriebstechnisch erst in den Startlöchern. Wir haben letztes Jahr mit einem Testlauf in Deutschland begonnen und ich fahre aktuell ein wenig herum durch Europa um auf uns aufmerksam zu machen und den Kunden persönlich zu zeigen was unser Produkt kann. Zuletzt war ich vor 3 wochen in der Schweiz und anschließend in Innsbruck. Grundsätzlich war jeder Händler begeistert und alle haben uns in ihr Sortiment aufgenommen….somit gibts uns jetzt auch in Lausanne, Luzern, Bern, Bulle, Zürich und Innsbruck. Der Rest wird folgen.

Was macht für euch Longboards bauen aus?

Den eigenen Ideen Formen zu geben, dass ist das Faszinierende daran. Den Mut haben kreativ zu sein, nicht einfach nur mitzuschwimmen, dafür deiner inneren Überzeugungen zu folgen und das, obwohl andere Menschen Dir stetig davon abraten. Wir fühlen uns pudelwohl darin, dass wir mit heimischen Naturrohstoffen reine Wertschöpfung betreiben können und wir die Dinge zu 100% umsetzen, von denen wir reden. Wir nutzen eigene Kerne, eigene Fasern,  eigene Dämpfungsmaterialien und bringen das alles mit einer eigens patentierten Technologie zusammen, schon deshalb unterscheiden sich unsere Decks nicht nur optisch von den meisten Decks da draußen, sondern Sie verfügen über eine spürbar eigenständige Charakteristik und Fahrdynamik.

Welche anderen Hersteller inspirieren euch?

Hin und wieder kommt die Zeit Danke zu sagen und seinen Respekt zu bekunden. Danke Jogi und Martin von Pogo! Wir lieben euer Handwerk und eure unvergleichbare Geradlinigkeit. Aber auch Don Tashman von Loaded zollen wir höchsten Respekt. Seine Art Longboards zu bauen, hat die Welt verändert und uns ebenfalls inspiriert. Auch erwähnen möchten wir Yvon Chouinard, den Gründer von Patagonia, er hat die Branche wachgerüttelt und wir folgen definitiv seiner Inspiration “Stelle das beste Produkt her, belaste die Umwelt dabei so wenig wie möglich…‘

Buddy 03Was darf man im zweiten Halbjahr von 2014 von euch erwarten?

Eine echte und ehrliche Alternative für sportlich und nachhaltig orientierte Fahrer. Wir präsentieren einzigartige Decks aus einer lokalen Wertschöpfung, mit einem völlig neuen Fahrfeeling und einer 5-jährigen Garantie. 3 verschiedene Shapes mit denen wir möglichst viele Bedürfnisse abdecken möchten. Wir werden neben den Verzicht auf Erdöl basierende Kunststoffe auch noch mit einem neuen “Green Epoxy Resin“ arbeiten und unseren ökologischen Footprint somit nochmals verkleinern. Weiterhin werden wir den besten Händler jeder Region unsere Produkte präsentieren,  damit Ihr unsere Decks auch demnächst direkt vor Ort testen könnt.

 Was wollt ihr uns als BuddyBuddy noch auf den Weg mitgeben??

Der Spaß an sich ist definitiv der Permatreibstoff, der uns über Schürfwunden nur noch schmunzeln lässt und er ist  auch dafür verantwortlich, dass sich Longboarden aktuell so schnell entwickelt, wie kaum ein anderer Brettsport. Aber vergessen wir nicht nicht Kehrseite der Medallie, denn hinter bunten Bildern und brillianten Marketing stehen oft Produkte, die eine lange Reise hinter sich haben und für uns eben oft eine viel zu lange Reise. Zu viel Rohöl wird verbrannt, damit Holz oder Holzgüter um die Erde transportiert werden und das sehr oft für Produkte, die nicht länger als eine Saison genutzt werden. Es ist ein offenes Geheimnis, dass wir Menschen für unser aktuelles Konsumverhalten 2,5 Erden bräuchten, falls wir uns weiter so verhalten. Uns ist natürlich auch klar, dass wir mit diesem Thema in der Skate- oder Snowboardszene nicht jede Seele berühren werden, aber wir möchten darüber reden, wir wünschen uns mehr Transparenz und Diskussionen, weil wir es in unserer Branche wirklich vermissen. Aber lasst uns schnell die einfachen Werte von 3  verschiedenen Fasern, die in Form unidirektionaler Gelege im Brettsportbereich eingesetzt werden können, miteinander vergleichen. Vereinfacht und zusammengefasst kann man folgende durchschnittliche Energiewerte nennen, die für die Herstellung von einem kg Fasern erforderlich sind: Hanfbastfasern ca. 1 kWh/kg   //  Glasfaser ca. 11 kWh/kg   //  Carbonfasern  ca. 83 kWh/kg Unsere Generation ist also gefordert und wir müssen es selbst vollbringen, deshalb schon sollten wir also kritisch sein dürfen, wenn uns jemand Bambus als nachhaltig oder Kohlefaser als besonders zielführend verkaufen möchte.

Skaten-Surfen-Snowboarden sind die schönsten Nebensachen der Welt, aber dafür braucht es ein funktionierendes Klima. Das beste Produkt kann also nur eines sein, welches auch diesen Punkt maximal berücksichtigt. Mit dieser Lebenseinstellung möchten wir auch in Zukunft nicht missionieren, sondern lediglich inspirieren und dabei erinnere ich mich an ein Zitat, mit dem ich diese Thema nun schließen möchte und ich hoffe, dass ihr so einen Einblick bekommen habt, was ihr von und mit BuddyBuddy und seinen Produkten verbinden, erwarten und entdecken könnt…

Buddy 01Eure letzten Worte??

Du denkst du bist nur einer von wenigen, das bist Du allerdings nicht. Brettsport ist längst schon eine Kultur. Einer allein kann wenig bewirken, aber hunderttausende Einzelne können die Welt verändern. Darum lasst euch inspirieren, aber lasst euch nicht blenden! Geht raus auf die Bretter und testet, vergleicht, hinterfragt und genießt natürlich jeden Moment auch mit den green-durable products von BuddyBuddy!

Ohne ein Team von tollen Menschen könnte so etwas wie BuddyBuddy kaum entstehen und die Begeisterung vieler hier, etwas neues und naturnahes mitzugestalten, half uns einige Situationen zu meistern und ich, Mike Gelbricht, möchte damit mehr als einfach nur Danke  sagen…!

Wow, wir danken Mike von buddybuddy für dieses spannende Interview und wünschen ihm natürlich mit seinem ECO friendly-Ansatz alles gute und weiter viel Spaß beim shapen und skaten.

Danke  auch an die Jungs von Rolligebrettl für das Gespräch!

 

 

Markus Knoblechner

Er fotgrafiert, er schreibt, er skatet - am liebsten verbindet er alles miteinander. Die Rede ist von Markus Knoblechner, 26 Jahre und aus Salzburg, Sportjournalist Student, seit 2011 am Rollbrett unterwegs und seit 2013 sucht er den Kick beim Freeriden und Downhill. Neben rolligebrettl arbeitet und bastelt er an seinem eigenen Salzburger Longboard Blog und widmet seiner Zeit der Aktionsportfotographie. Ein cooler Typ, der vor Motivation nur so sprüht, wir freuen uns daher Markus mit an Board zu haben.

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