Longboard Test: Hillbomber Step 2014

Step 2014

Ein Jahr ist es her, dass ich Euch Weihnachten mit einem Dancer-Vergleich versüßt habe. Nun lasse ich es mir nicht nehmen, Euch eines der vielen neuen Modell vorzustellen, die uns das vergangene Jahr gebracht hat. Für Euch getestet: Das Hillbomber Step 2014. Hohoho.

Technische Daten

Länge: 117 cm
Breite: max. 22,5 cm, min. 19 cm
Wheelbase: 71 cm
Aufbau: 6 Lagen Ahorn zwischen 2 Lagen Bambus

Der Aufbau des Step 2014

Als ich ein Rumpeln in meinem (imaginären) Kamin hörte, wusste ich, dass der Sternenmann aus Polen (ja, so nennt sich der Weihnachtsmann dort) etwas für mich gebracht hat. Als ich dann das Paket aufriss, fand ich nicht ganz das, was mir die Hillbomber-Homepage angekündigt hatte: Die auf der Herstellerseite angegebenen Maße stimmten leider nicht mit dem über ein, was vor mir lag. Mein Step war mit 117 cm etwas kürzer und mit einer Breite von 22,5 bis minimal 19 cm an der Taille auch schmaler als von Hillbomber prophezeit. Da meine Dancebrettl ja tendenziell sowieso eher kurz sind, war ich mit dieser kleinen Überraschung ganz glücklich. Meine Freude wuchs, als ich die relativ ausgeprägten Kicks an symmetrischen, laaangen Nose und Tail bemerkte. Das Step kommt mit Clear-Grip bestückt ins Haus, das sich zunächst ziemlich rau und garstig anfühlte, was sich später als positive Eigenschaft in Bezug auf die Haltbarkeit rausstellte.

Hillbomber Step 2014

Als klassisches Dance-Deck bietet das Step kaum merkliches Concave, dafür mehr Camber. Grafiken sind natürlich Geschmackssache und deshalb will ich mich nicht zu lang darüber auslassen, aber die Farbgebung in verschiedenen Blautönen ist ganz nett. Wofür die Füße sein müssen…  Mmh, als Dance-Anleitung wohl auf der falschen Seite.

Als das Brett dann in seiner ganzen Pracht vor mir lag, kamen mir unweigerlich Assoziationen mit einem gewissen und von vielen heiß geliebten, holländischen Platypus. Da ich selbst das simple Schnabeltier erst sehr selten gefahren bin, werde ich mich aber nicht zu einem direkten Vergleich hinreißen lassen.

Das Fahrgefühl

Als ich das erste Mal die Füße auf das Step setzte, war sofort klar, dass der Name Programm ist und ich eine Tanzfläche betreten hatte: Die Länge, der leichte Flex im Camber – das Deck läd sofort zu einer Liason mit Peter Pan ein. Ich empfand allerdings, auch nachdem ich einige Runden zum Eingewöhnen gedreht hatte, die Taille als störend. Wenn man beim Peter Pan nicht nach unten schauen will, tritt man schon gerne einfach ins Leere. Dieser Nachteil wiegt zumindest für mich nicht die nett anzusehende Frauensilouette und die Gewichtsersparnis auf.

Den Flex empfand ich bei 60kg sehr angenehm: Es federt beim Landen schön, ist relativ snappy. Anderen (ähnlich schweren) Fahrer/nnen, die sonst auf den üblich verdächtigen klassischen Dancern (Bhangra usw.) unterwegs sind, war es allerdings zu wenig flexig. Es wurde subjektiv sogar stiff wahrgenommen, was es absolut nicht ist, was aber die unterschiedlichen, ganz individuellen Anforderungen an Dancedecks unterstreicht – deshalb wie immer die Empfehlung: Testen, testen, testen! 

Hillbomber Dancer

Die Kicks

Obwohl ich mich bereits beim Auspacken über die Kicks gefreut hatte, war ich trotzdem überrascht, wie gut die Teile dann auch tatsächlich poppen. Das Deck zu Grabtricks Hochkatapultieren ist gar kein Problem. Trotz der ungewohnten Länge und des deshalb höheren Gewichts gewöhnte ich mich schnell an das Brett und Shuvits, No Complies und auch Manuals gingen ganz leicht vom Fuß.

Die Haltbarkeit

Nach einigen Wochen aggressivem Testen, war das Deck natürlich an üblichen Stellen angeschlagen, aber es zeigten sich keine Delaminierungen, keine Katastrophen wie noch beim Vorgängermodell von 2013. Shape, Maße sowie Aufbau und damit auch das Fahrgefühl  haben sich im Vergleich zur ersten Version nicht merklich verändert; bei der Verarbeitung aben die Jungs von Hillbomber aber erfreulicherweise eine Schippe draufgelegt. Das Clear Grip war auch an beanspruchten Stellen wie Nose und Tail gut erhalten und meine Winterhaut war weiterhin regelmäßig der Verlierer.

Hillbomber Step

Fazit zum Hillbomber Step 2014

Zusammenfassend kann das Step die Erwartungen an ein klassisches Dance-Deck in der 2014er Version auch in Sachen Verarbeitung und Haltbarkeit erfüllen. Wer eine günstige (und erhältliche!) Alternative zum Schnabeltier sucht, liegt hier auf jeden Fall richtig und unterstützt eine kleine sympathische Boardschmiede aus Polen, die es mit dem Messen nicht ganz genau nimmt. 😉

Josefine aka Frau Blume ist 26 Jahre alt, von denen sie die letzten zwei fast komplett auf vier Rollen verbracht hat. Dancen ist ihre Leidenschaft, die sie mit breitem Grinsen und jeder Menge Motivation in die Welt trägt. Gerade hat sie ihr Medizinstudium in Magdeburg hinter sich gebracht und wird demnächst die erste skatende Neurologin Regensburgs sein. Von dort berichtet sie zukünftig für rolligebrettl.de über alles, was ihr tanzendes Herz beschäftigt.

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