Maria über Girls in Longboarding

Debbie

„Girls in Longboarding“ ist ein neues Projekt der skatenden Fotografin und knipsenden Longboarderin Maria Arndt, das in den letzten Tagen bei Facebook mit großer Resonanz gestartet ist. Frau Blume sprach mit der vom Erfolg überwältigten Maria über ihre Idee dahinter und die weiteren Pläne.

Blume: Wie bist du zum Fotografieren einerseits und andererseits zum Longboarden gekommen?

Maria Arndt: Vor knapp 10 Jahren habe ich meine erste Kamera bekommen und damals begonnen auf Konzerten Freunde zu fotografieren und war dann für ein paar Jahre nie ohne meine Kamera auf Konzerten und Festivals zu finden. Damals wollte ich gerne Fotografie studieren, allerdings habe ich es mir lange Zeit nicht zugetraut und so bin ich dann letztendlich im Grafikdesign gelandet. Aber so war die Fotografie stetiger Begleiter und Hobby.

Ich hatte mich ganz zu Beginn im Skateboarden versucht, weil ich das seit meiner Kindheit immer lernen wollte, bis ich mir einfach ein Skateboard zugelegt habe, ohne zu wissen, ob ich überhaupt darauf stehen kann! Es hat viel Spaß gemacht, aber als ich dann in Spanien zum ersten Mal auf dem Longboard gestanden habe, war klar, ich wollte immer Longboard fahren, nicht Skateboard… . Obwohl mich das zwischenzeitlich auch wieder etwas reizt, aber mein Herz gehört definitiv dem Longboard!

Longboarding with DanniÜber Eindhoven und den Guerilla Contest in Berlin 2013 habe ich vom Dancen erfahren und war sofort hin und weg! Beim Eurodance habe ich dann zum ersten mal Fotos vom Longboarden gemacht und konnte es ehrlich gesagt schon Wochen vorher kaum erwarten! Eigentlich wollte ich nur Fotos für mich machen, ein paar schöne Momente festhalten, ein paar Erinnerungen schaffen. Allerdings hätte ich niemals mit solch einer Resonanz gerechnet! Das war einfach der absolute Hammer!

Girls in Longboarding – die Anfänge

Blume: Was ist deine Motivation für “Girls in Longboarding”? Wie bist du auf die Idee gekommen?

Maria: Ich freu mich immer riesig, wenn ich andere Mädels sehe und treffe, die skaten und tun dies auch für ihr Leben gern. Eigentlich halte ich immer nach Mädels Ausschau, wenn irgendwo geskatet wird. Aber leider sind sie noch immer eine Rarität, im Longboarden sowie im Skateboarden. Aber besonders in der Longboardszene lässt sich dort eine tolle Entwicklung erwarten!

Longboarding with AmandaVor kurzem war ich auf einem Skatetrip für ein paar Wochen in Los Angeles und hatte sogar das Glück in einer waschechten Skater-WG Unterschlupf zu finden! Dort war ich vorerst auch das einzige Mädel. Ich habe mich auf Anhieb super wohl gefühlt, aber mit Mädels zu skaten ist es doch irgendwie anders. Über meine Mitbewohner habe ich dann Amanda Caloia kennengelernt, die jetzt seit Januar von Landyachtz (und Maui and Sons) gesponsert wird. In meiner letzten Woche ist dann Micaela Wilson von der Longboard Girls Crew (von Loaded, Orangatang, Beartrucks und ThePuck gesponsert) für drei Wochen zu Besuch in die WG gekommen.

So sind wir drei Mädels zusammen losgezogen, zum Skaten und Fotografieren! Für mich war das etwas ganz Besonderes, weil ich so direkt noch keine Fotos von Frauen im Longboarden gemacht habe. Wir drei haben die Zeit sehr zusammen genossen, Verschiedenes ausprobiert und es einfach Spaß gehabt, beim Skaten mal unter Mädels zu sein! Natürlich haben wir auch darüber gesprochen, dass es immer noch so wenige Frauen in diesem Sport gibt, aber auch wie toll es ist, die momentane Entwicklung zu beobachten und dass diese einfach jeden Support verdient!

Als ich mir die Fotos später angeschaut und über die Girls-Szene im Longboarden nachgedacht habe, habe ich mich ehrlich gesagt riesig gefreut, Mädels in Action auf meinen Fotos zu sehn – Skaterinnen die alles rausholen, wenn sie die Berge runterheizen! Ab dem Punkt war für mich klar, dass ich mehr Mädels im Longboarden porträtieren und treffen will! Es ist so schön zu sehen und zu wissen, dass es da draußen noch so viele andere talentierte Skaterinnen gibt und eben diese will ich fotografieren und zeigen!

Longboarding with MicaelaBlume: Welche Pläne hast du mit deinem Projekt? Wirst du es über Facebook hinaus ausweiten?

Maria: Es gibt bereits einige Pläne! Allerdings steckt das alles noch in den Kinderschuhen, sodass ich bisher noch nicht direkt für das Projekt fotografiert habe. Aber die Iaee ist ja erst knapp eine Woche alt und ich bin schon wieder absolut hin und weg, was für einen Anklang das in SO kurzer Zeit gefunden hat!

Das Fotokonzept steht soweit, jetzt muss ich nur noch in den kommenden Wochen mit dem fotografieren beginnen!

Ich möchte sehr gerne die Mädels kennenlernen und gerne auch ein kleines Interview mit ihnen machen, um zu zeigen wer sie sind und dass sie es drauf haben! Ich möchte gerne viele verschiedene Mädels fotografieren, gesponserte und ungesponserte Skaterinnen, sowie Mädels, die die Szene unterstützen!

Und es soll auf jeden Fall über Facebook hinaus gehen! Eine Homepage ist bereits eingerichtet, sobald es mehr zu zeigen gibt, wird sie auch online gehen.

Blume: Was ist der Unterschied von deinem „Girls in Longboarding“ zur Longboard Girls Crew? Ist eine Zusammenarbeit geplant?

Maria: Bei meinem Projekt geht es mir darum Skaterinnen persönlich im Longboarden zu treffen, zu porträtieren, zu zeigen und vorzustellen. Es gibt also Parallelen, Valeria und die LGC leisten eine so tolle Arbeit und mein neues Fotoprojekt ist mein Beitrag!

Valeria hat mich sogar die Tage angeschrieben und sie findet das Fotoprojekt super und möchte es sehr gerne supporten, was mich riesig freut!

Frauen im Boardsport

Blume: Wie stehst du zu Frauen im Boardsport allgemein? Fühlst du dich als Frau gleichberechtigt, integriert in der Männer-dominierten Szene?

Maria: Ich freu mich immer riesig, wenn ich andere Skaterinnen treffe und ich finde, so viele Mädels machen einen so tollen Job allein unter Männern und ich finde so etwas gehört einfach supportet.

Debbie und KimmyAls Frau fühle ich mich auf jeden Fall integriert und fühle mich sehr wohl in der Szene. Ich muss auch sagen, dass ich es wahnsinnig toll finde, immer wieder zu beobachten, dass besonders in der Longboard-Szene Mädels immer herzlichst willkommen geheißen und unterstützt werden. Und das möchte ich gerne nach meinen Möglichkeiten und besonders mit meinem neuen Projekt fördern und ausbauen. Denn es kann so wahnsinnig motivierend sein andere Mädels zu sehen, wie sie in diesem Sport alles geben und total darin aufgehen! So haben viele es Valeria und der LGC zu verdanken, den Weg zum Skaten gefunden zu haben! Also warum nicht einen kleinen Beitrag dazu leisten und etwas zurück geben?

Ich finde, die Szene um die Frauen im Skaten entwickelt sich toll, allerdings finde ich auch, dass besonders bei Contests beispielsweise noch viel Luft nach oben ist. So gibt es bei ihnen oftmals weniger Runs, sodass sie ihr Können teilweise gar nicht richtig unter Beweis stellen können oder die Preise fallen bei ihnen wesentlich magerer aus als bei den Männern. So etwas finde ich sehr schade und muss in Zukunft definitiv geändert werden!


Aktuell findet ihr „Girls in Longboarding“ mit noch viel mehr feinen Fotos zum Anschauen und liken bei Facebook. Von uns gibt es schon mal ein „Daumen-hoch“!

Maria Arndt

Foto: Elisabeth Moch

 

Josefine aka Frau Blume ist 26 Jahre alt, von denen sie die letzten zwei fast komplett auf vier Rollen verbracht hat. Dancen ist ihre Leidenschaft, die sie mit breitem Grinsen und jeder Menge Motivation in die Welt trägt. Gerade hat sie ihr Medizinstudium in Magdeburg hinter sich gebracht und wird demnächst die erste skatende Neurologin Regensburgs sein. Von dort berichtet sie zukünftig für rolligebrettl.de über alles, was ihr tanzendes Herz beschäftigt.

One Comment;

  1. RUFFBOARDS said:

    Hi maria,
    Great pics!!!!
    Wir planen gerade eine ausstellung zu frauen im skatesport. Das ganze ist in wien. Wir haben schon einige super künstlerinnen an board, aber eine fotografin fehlt uns noch. Schreib uns doch ein mail wenn du interesse hast, oder wenn du das posting überhaupt liest 🙂
    Bis dann,
    Mel, ruffboards vienna

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