Review: Bustin Boards Boombox 38 ThermoGlass

Boombox 38

Das Boombox von Bustin ist mit seinen 42 Inch seit Jahren ein Klassiker unter den Freestyle-orientierten Brettern, nun rollt aber auch das Boombox 38 ThermoGlass auf dem Asphalt – und wir testeten es für Euch.Nachdem im letzten Jahr bereits mit der Zahl der Lagen und Bauweise variiert worden war, um neben den Freeridern auch den leichteren oder tanzenden Fahrern entgegenzukommen, ging dieses Jahr ein weiterer Wunsch vieler Boomboxer in Erfüllung: Ein kürzere Version erschien! Das neue Boombox Mini ist mit 38,5 Inch ein deutliches Stückchen von 8 Zentimetern geschrumpft. Für mich liegt auch beim Dancen in der Kürze die Würze und deshalb war ich sofort sehr angetan von Idee und Umsetzung des neuen Brettl.

Technische Daten

Länge: 38,5” // 97,8 cm
Breite: 9,75” // 24,8 cm
Wheelbase: 25,5 – 26,5” // 64,8 – 67,3 cm
Concave: 0.625”
Rocker: 0,5”
Drop: 0,5”Bustin Boombox 38

Glücklicherweise stieß meine Zuneigung sogar auf Gegenliebe von Bustin und so hielt ich vor einigen Tagen mein Boombox Mini 38”  in den Händen. Ich war gespannt auf das Gewicht, denn die neue Bauweise mit ThermoGlass, bei den drei Lagen Ahorn durch starkes Erhitzen und hohen Druck mit Fiberglas verschmolzen werden, hatte schon Erwartungen geweckt. Und tatsächlich ist das Deck auffällig leicht, aber auch keine völlig neuartige Offenbarung. Durch die neuartige Konstruktion ist das Teil auch nur 8 mm dick.  Die Verarbeitung war auf den ersten Blick also schon super.

Ich testete das Boombox Mini mit 50° 180mm Caliber Trucks und 66mm offset Cloud Ride Wheels. Mit diesem Setup habe ich allerdings bei weicher Achseinstellung und der kürzeren Wheelbase trotz der schönen Cut outs ein paar böse bissige Zwischenfälle erlebt, so dass ich auf die längere Wheelbaseoption wechselte. Bei dieser sollte man aber bei Rollen bis 70mm keine Probleme bekommen.

Das Fahrgefühl

Beim ersten Ausritt überraschte und erfreute mich am meisten der durchaus lebendige Flex trotz meines eher geringen Kampfgewichtes von knapp 60kg, den ich so gar nicht erwartet hatte. Der Flex gibt beim Boardwalken viel zurück, Landungen federn; ich fühlte mich aber trotzdem noch lange nicht wie auf einem Trampolin. Sehr angenehm. Bei höherem Fahrergewicht von ca. 80kg ist der Flex wie zu erwarten stärker und wird dann mehr zu einer Geschmackssache.

Boombox 38 AnsichtenDie Wheelbase ist geräumig genug, um zwischen Grab- und Fliptricks zumindest mit meiner Schuhgröße 42 ordentlich Danceschritte einzubauen, was in dem relativ milden radialen Concave viel Spaß macht. Nose und Tail sind auch mit der längeren Wheelbase groß genug und funktional einwandfrei.

Der Drop ist etwas stärker und radikaler ausgeprägt als beim Boombox 42”, denn auf die halbrunde auf die Standfläche reichende Form des Drops wie beim großen Bruder wurde hier verzichtet. Der tiefe Stand macht Cruisen und Pushen natürlich sehr komfortabel. An Nosemanuals auf dem Drop musste ich mich allerdings erst gewöhnen, was ich mit einigen Krämpfen der Fußmuskulatur bezahlte. Wenn man dann seine Position gefunden hat, tut das Mini aber auch hier seinen Dienst.Boombox 38

Inzwischen wage ich mich ja immer öfter ans Freeriden, wobei ich auf dem Boombox viel Spaß hatte: Durch den starken Drop und das Concave steht man sehr gut eingelocked und Stand up Slides fielen mir sehr leicht. Die Wheelbase ist sicherlich eher auf etwas kürzere Beine ausgelegt, die auf dem Brett in eine perfekte Stance gebracht werden können. Für Schwergewichte wird Schnellerfahren aber wegen des relativ starken Flex’ eine relativ wabelige Angelegenheit.

Fans des Boombox lieben vieles an ihrem Brett. Die Langlebigkeit der Kanten gehörte bisher eher weniger zu den herausragenden Features, was unter anderem daran liegt, dass aufgrund der dezent taillierten Form die Kanten an den Übergängen zu den Cut outs etwas ausgezogen sind, so dass diese Stellen besonders schnell in Mitleidenschaft gezogen werden. Leider ist auch mit dem Mini diesbezüglich nur etwas Besserung geglückt: Die üblichen Verdächtigen hielten Fliptrickversuchen nicht lange stand. Schön sehen sie nicht mehr aus. Es kam bisher allerdings zu keinen schlimmen Verletzungen wie Delaminierung und bleibt zunächst ein kosmetisches Problem. Ebenso hat sich leider die ziemlich coole Grafik, die dazu einläd das Brett wie seinen Ghettoblaster in den 90ern auf der Schulter zu tragen, sich beim normalen Gebrauch (ohne Grinden) und Transport schnell teilweise verflüchtigt.

 

Fazit Bustin Boombox 38Test Boombox 38

Zusammenfassend ist das Boombox 38 eine großartige Alternative, auf der kleinere, leichtere Fahrer sich der ganzen Bandbreite zwischen Freeride, Freestyle und Dancen bedienen können. Den Großen wird das Brett eher beim Cruise mit Freestyle-Einlagen Freude machen.

Ich persönlich habe ein fast perfektes Brett für meine Bedürfnisse gefunden. Und deshalb gehe ich zur nächsten Session mit jeweils einer Boombox auf den Schultern und drehe “U can’t touch this“ ganz laut auf.

 

Josefine aka Frau Blume ist 26 Jahre alt, von denen sie die letzten zwei fast komplett auf vier Rollen verbracht hat. Dancen ist ihre Leidenschaft, die sie mit breitem Grinsen und jeder Menge Motivation in die Welt trägt. Gerade hat sie ihr Medizinstudium in Magdeburg hinter sich gebracht und wird demnächst die erste skatende Neurologin Regensburgs sein. Von dort berichtet sie zukünftig für rolligebrettl.de über alles, was ihr tanzendes Herz beschäftigt.

Related posts

One Comment;

  1. Julian said:

    Schickes Review – endlich auch mal was von ner Frau! Warst du nicht auch diejenige, die im Frühjahr beim Greenskate Hamburg vor allen anderen mit dem schönen Stück durch die Gegend getanzt ist?

*

*

Top