So… you can Longboard Dance

„So… you can Longboard Dance“ 2014 in Eindhoven zog am 16. Februar die Longboard Dance Community nach Holland und natürlich ließ ich mir dieses Abenteuer nicht entgehen! Wie es ablief, erfahrt ihr in meinem Bericht.

Ich war noch nie schon in den Tagen vor einem Event so aufgeregt wie vor dem „So…you can Longboard Dance“ 2014 in Eindhoven. Mir war klar: Das musste einfach legen….där werden. – Die Liste der Teilnehmer ließ vermuten, dass einfach JEDER dort sein würde und auch der sehr präsente Internetauftritt der Veranstalter Spots’n’Locals versprach einiges. Damit schossen die Erwartungen schon im Vorfeld in kaum erreichbare Höhen. Entsprechend konnte ich auf der laaangen Anreise (natürlich wurde mir ein weiteres Mal mit „Sänk uh for schusing Deutsche Bahn tudee“ gedankt) kaum die Füße still halten. Einmal im Land der Tulpen angelangt hat ja jeder erst mal ein besonderes Reiseziel: Für die meisten wohl die Kaffeeläden, für mich eindeutig einer dieser wundersamen Frittier-Snack-Automaten.

Eindhoven meets MadridBefüllt mit Kassufle machte ich mich auf den Weg zur Pre-Party von „So…you can Longboard Dance“, die dann leider nicht so recht in die Gänge kam, obwohl die Skatehalle Area 51 ein absolut traumhafter Spielplatz war. Zumindest gab es einen sehr netten Night-Skate mit verrückt guten Spaniern und der lieben Bastl-Crew.

Der Contest: So…you can Longboard Dance

Am Tag des Contests „So… you can Longboard Dance“ rollten dann rund 100 Teilnehmer und mindestens doppelt so viele Zuschauer im strahlenden Sonnenschein zu der Veranstaltungshalle, die groß genug war, allen bequem Platz zum Zuschauen und Rollen zu geben. Neben dem eigentlichen Contest-Bereich stand ein ebenso großer Teil des Hallenkomplexes zum freien Üben zur Verfügung. FachsimpeleienEs gab ein Obstacle, sowie eine große Quarterpipe, auf der zwischendurch sogar die Jury ihr Können unter Beweis stellte. Aufbau, Anmeldung und Ablauf waren bestens geplant. Die genial zusammengestellte musikalische Untermalung, gepaart mit der in der Luft liegenden euphorischen Anspannung sorgte von Anfang an für gute Stimmung. In der Nebenhalle fand der Feel-good-Market statt, bei dem diverse Köstlichkeiten zur Verpflegung angeboten wurden. – Ein cleverer Schachzug der Veranstalter. Denn so kam es auch zu einem regen Austausch der Besucher beider Events. – Teils war die Überraschung der Marktschlenderer groß, wenn sie unerwartet zwischen die Bretter gerieten. Insgesamt war die Kombination aber für beide Seiten höchst interessant.

Jeffs legendärer Manual

Relativ pünktlich begannen die Vorläufe in den Kategorien Unsponsored (ca. 50 Teilnehmer), Sponsored (ca. 30) und Girls Competition (11 Mädels). Je zwei Fahrer gleichzeitig versuchten eine Minute lang die fünfköpfige Jury um den leider verletzten Luutse von Simple Longboards zu überzeugen. Die Judges machten einen sehr guten Job und zeigten über viele Stunden volle Konzentration und Aufmerksamkeit. Wegen der sehr hohen Zahl an Fahrern und doch teilweise großen Leistungsunterschieden, wurde das Feld der ungesponsorten Fahrer schon nach der ersten Runde gelichtet, während bei den Gesponsorten alle in einer zweiten Vorrunde an den Start gehen konnten. Die Zeit verging wie im Flug und aufgrund des riesigen Teilnehmerfeldes war der Ablaufplan unmöglich einzuhalten. Vielleicht wurde der Input an krassen Tricks mit teils unaussprechlichen Namen trotz der guten Erklärungen des Moderators für einige Zuschauer zu viel, denn leider verließ ein Großteil der Besucher die Veranstaltung vor den spektakulären Finalläufen. Denn zunächst machte im Hippie-Jump-Contest der Weltrekordhalter Steffen Köster (Mathilda) seinem Titel alle Ehre und holte sich den Sieg gegen den gefühlt halb so großen Lotfi mit einer übersprungenen Endhöhe von 1,48m.

 

Ist das wohl der Best Trick?Best-Trick-Contest

Der Best-Trick-Contest war anschließend ein Feuerwerk am Limit des Möglichen.
Bei drei Versuchen pro Teilnehmer ging jeder an seine Grenzen, was einerseits dafür sorgte, dass zwar nicht jeder Try gelang, andererseits aber wirklich sehr beeindruckende Tricks herauskitzelte. Es siegte Renze van den Brinks (All4Skateshop) No-comply-Double-Heelflip vor der 720°-Pirouette von Simon Arsenidis (Airflow), die mich immer noch davon angestachelt  tagsüber auf dem Brett und nachts in meinen Träumen verfolgt. In den Finalläufen dann war abgesehen vom sehr hohen Niveau vor allem beeindruckend, dass jeder der Finalisten einen deutlich unterscheidbaren individuellen Stil hatte. Jeder konnte auf seine ganz eigene Art überzeugen.

Jeff und JonAm besten tat das einmal mehr der Dance-Flow von Europameister Jeff Ellis (Simple) vor dem Multitalent aller Stile Arto Rohde (Bastl) und dem Streetskate-angelehnten Freestyle von Jon Haarhuis (Simple). Der Vorjahressieger Lotfi Lamali (Loaded) verdrehte zwar wieder mit wirbelnden Grabtricks die Köpfe; der liebevoll Pizzabäcker genannte Franzose erreichte damit aber in diesem Jahr nur Platz 4. Bei den Ungesponsorten beeindruckte der Style des extra aus Südkorea angereisten Steve Jung, der hinter Tom Schaeffer und Will Edwards Dritter wurde. Alle drei sollten aufgrund ihrer starken Leistung keine Schwierigkeiten haben, im nächsten Jahr in die gesponsorte Kategorie einzusteigen.

Deborah im FinaleBei den Mädels zeigte Deborah Keser (Simple) einen perfekten Finallauf und sicherte sich so hochverdient den ersten Platz vor Melanie Golz (Simple) und Femke Bosma (Simple) und damit einen Surftrip.

Mein Fazit

Zusammenfassend also ein Triumph der beeindruckenden holländisch-deutschen Supermacht Simple Longboards, deren Teamrider in allen Kategorien auch ohne Heimvorteil demonstrierten, wie simple Dancen aussehen kann.

Der einzige Wermutstropfen bei diesem fast perfekten Event war für mich, dass die großartigen Mädels (und meine Wenigkeit) wegen der viel zu schnell verfliegenden Zeit leider nur einen Vorrundenlauf von einer Minute zur Verfügung hatten. Schade. Abgesehen davon aber wirklich die schönste Dance-Veranstaltung, die ich bisher besucht habe. Und mit weit gereisten Teilnehmern über die Grenzen Europas hinaus aus den USA, Südkorea und Israel (um nur die Entferntesten zu nennen) setzt der „So…you can dance“ Longboard-Contest 2014 ganze neue Maßstäbe in der wachsenden Danceszene.

Frau Blume hatte SpaßMeine Erwartungen wurden erfüllt und so stand ich nach einer nicht enden wollenden nächtlichen Heimreise am Montagmorgen totmüde, aber mit einem breiten Grinsen im Gesicht bei der Arbeit. Because we know we can dance.
(Heißen Dank an Maria Arndt für die tollen Fotos)

Josefine aka Frau Blume ist 26 Jahre alt, von denen sie die letzten zwei fast komplett auf vier Rollen verbracht hat. Dancen ist ihre Leidenschaft, die sie mit breitem Grinsen und jeder Menge Motivation in die Welt trägt. Gerade hat sie ihr Medizinstudium in Magdeburg hinter sich gebracht und wird demnächst die erste skatende Neurologin Regensburgs sein. Von dort berichtet sie zukünftig für rolligebrettl.de über alles, was ihr tanzendes Herz beschäftigt.

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