Sponsored, talented – Peter Markgraf – Shop Manager im Funky Summer Berlin!

Peter Markgraf, Teamrider und Shop Manager im „Funky Summer Longboard Shop Berlin“.
Peter MarkgrafIch war lange am Überlegen, wer denn der geeignete Fahrer wäre, den ich euch gerne vorstellen möchte. Ich suchte nach einem inspirierenden Menschen, welcher seinen Traum lebt und dazu erst einen anderen Weg einschlagen musste, um festzustellen, was er eigentlich möchte.

Das erste Mal traf ich Peter auf dem Tempelhofer Flugfeld, beim Rollen und ich genoss seine Vorstellung –  wie eines von den vielen Longboard Vids auf Youtube oder Vimeo. Mir viel auf, dass er in der Berliner Longboard Szene vielen ein Begriff ist und schließlich erfuhr ich auch noch, dass er im „Funky Summer Longboard Shop“ bei Fränky arbeitet. Die Grundvoraussetzungen waren schon einmal gegeben. Nun musste ich nur noch hoffen, dass er ein cooler Typ mit einer kleinen Geschichte ist.

Peter […] Wir sind uns bei Fränky im Shop begegnet, beim Rollen auf dem Tempelhofer Flughafen, vom Sehen her kennt man dich,  vielen Longboardern in Berlin bist du ein Begriff. Wer zur Hölle bist du eigentlich?Ja, Steckbriefmäßig: Ich heiße Peter Markgraf, bin 28 Jahre alt und komme aus Sachsen. Ich wohne seit vier Jahren in Berlin und fahre nun schon ungefähr zwei Jahre Longboard.

Also, noch gar nicht so lange. Wie hast du das Longboardfahren eigentlich für dich entdeckt?Ich habe mit achtzehn angefangen zu skateboarden. Das habe ich ungefähr fünf leidenschaftliche Jahre gemacht, würde ich sagen, aber mit vielen Verletzungspausen. Ich hab mir zum Beispiel das Handgelenk gebrochen, Wirbel angebrochen, ich hatte `ne Gehirnerschütterung und Bänderrisse. Nach meiner Ausbildung bin ich ins Berufsleben eingestiegen, aber weitergefahren und hatte dann einen Meniskusanriss – und das auch noch in der Probezeit! Damals hatte der Beruf Priorität für mich und ich habe mein Hobby hinten angestellt. Nach zwei Jahren Pause habe ich gemerkt, dass mir einfach das Rumrollen in der Sonne fehlt. Gar nicht mal wegen der Tricks. Ich mache einfach leidenschaftlich gerne Manuals und ich finde dieses Gleiten einfach geil!

Peter Markgraf

Damals lief ich durch Berlin und sah einen Longboarder, der auf seinem Board durch die Berliner Straßen carvte. Ich  dachte mir: „Genau das ist es!“ Ich wusste vom Longboardfahren eigentlich gar nichts – wollte nur auf einem Board stehen und vielleicht auch mal einen Manual probieren. Schlussendlich entschloss ich mich dazu mir ein Brett zu kaufen und habe dann relativ schnell entdeckt, dass man auch Tricks mit einem Longboard machen kann.

Ich konnte viel aus dem Skateboard Bereich mitnehmen-  neue Sachen entwickeln, anders machen und das ist ganz spannend, denn gerade im Dancen gibt es  so viele Möglichkeiten. Man kann neue Tricks erfinden, was `ne super coole Sache ist.

Und dein derzeitiger Status Quo? Ich weiß jetzt ja mittlerweile, dass du genau wie ich, aus einem kleinen Dörfchen kommst, wobei deines gerade einmal 65 Einwohner hat und bist dann nach Berlin gekommen. Wie gesagt, ziemlich viele kennen dich einfach schon vom Namen her, wissen, dass du ein talentierter Fahrer bist und nun arbeitest du zudem bei Fränky im Shop, der ja auch sehr vielen Longboardern oder fast jedem Longboarder hier in Deutschland ein Begriff ist. Peter Markgraf
Wie kam es dazu, wie bist du hier gelandet,  bzw. woher kam diese Entscheidung?Ich bin nach Berlin gekommen, um als Stellvertretender Direktor in einer Sprachschule zu arbeiten. Ganz klassisch im Anzug. Ich habe das drei ein halb Jahre lang gemacht und irgendwann gemerkt, dass das nicht passt. Skateboarding und Longboarding – zwei Komponenten, die für mich von immenser Bedeutung sind. Da war wieder dieses punkige Freiheitsgefühl. Daher sagte ich  mir, scheiß auf das Geld und vor allem auf den Anzug! Mir ist meine Freiheit und meine Freizeit wichtiger. Schließlich habe ich meinen Job gekündigt, mit Fränky gesprochen, um in der Longboard und Skateboard Szene einen Job zu finden. Fränky sagte: „Okay, ich brauch jemanden, hast du Bock?“ Ich so: „Klar, wieso nicht!“. Nun also, arbeite ich im „Funky Summer Longboard Shop Berlin“ als Shop Manager.

Peter Markgraf

Und was sind deine  Aufgaben als Shop Manager?Eigentlich alles was den Laden betrifft. Das heißt die Bestellungen des Online- Shops bearbeiten, diese zu beantworten und zu bestätigen. Dann folgt das fröhliche Pakete packen, zur Post bringen, die Kunden beraten, den Laden sauber halten. Wirklich alles, was zum täglichen Geschäft dazu gehört.

Du hast gerade erzählt, dass du seit geraumer Zeit dabei bist, dir ein paar Sponsoren zu suchen. Bist du bereits Teamrider für irgendein Label und vor allem – wie ist es dazu gekommen?
Ich bin Teamrider für „Bastl Boards“. Zusammen mit Wolf Naumann fahre ich den „Bastl Boards Walzer“, was ein sehr, sehr schönes Brett ist. Ganz witzige Geschichte, denn Wolf, der damals schon für „Bastl Boards“ fuhr, sprach mich ein paar Wochen vor der Deutschen Meisterschaft im Dancen an, ob ich denn nicht Lust hätte, mit seinem Walzer teilzunehmen, da er auf einem Surftrip ist. Ich dachte mir:  „Ach klar, warum denn nicht!“ Zwei Wochen ein bisschen eingefahren und da hab ich doch tatsächlich die Deutsche Meisterschaft mit dem Walzer gewonnen. Bastl ist daraufhin auf mich aufmerksam geworden und hat mich mit ins Team geholt (Ganz nach dem Motto: „Ey, willste nicht auch […] bist ja ganz gut so, hehe.“). So bin ich in die Bastl Familie gekommen und fühle mich dort auch pudel wohl. Man hat eben noch Einfluss und kann seine Erfahrungen auf dem Brett, auch mit in die Produktion/Weiterentwicklung einbringen. Hinzu kam noch „Bleed Organic Clothing“, die auf Nachhaltigkeit achten und zum Beispiel Windbreaker aus 100% PVC Flaschen herstellen – super cool! Es ist mit den Sponsoren ein freundschaftliches Verhältnis und ich mag den Unterstützer Gedanken, im Sinne von kleineren Firmen zu Größe zu verhelfen.

[Mittlerweile haben sich zu Peters Sponsoren noch „Vox Footwear“, „Orangatang Wheels“, sowie „Bern Unlimited“ dazu gesellt – Glückwunsch!]

Was sind deine Pflichten als Teamfahrer?Pflichten habe ich eigentlich gar keine. Ich fahre den Walzer, weil ich ihn mag. Ich mache Videos und Fotos und versuche dabei auf Qualität zu achten – sprich mit professionellen Fotografen zu arbeiten, um ein paar schöne Sachen zu entwickeln, die dann für Werbung etc. genutzt werden können.

Von Link: P. Markgraf, N. Knutz, W. Naumann

Peter Markgraf – Nils Knutz – Wolf Naumann

Peter, was treibt dich da so an? Was gibt dir diesen Drive, dein Ding durchzuziehen?Es sind verschiedene Punkte. Speziell auf der Trickebene, wenn ich einfach nur fahre, um mich zu steigern. Ich habe mit zwei Freunden, mit Nils und Wolf, „Kollektiv Rolln“ gegründet. Drei Berliner Dancer, die die Szene `n bisschen voranbringen wollen. Das ist in dem Sinne toll, weil wir auf einem Niveau fahren und trotzdem unterschiedlich sind, was die Tricks und den Flow angeht.  Wir pushen uns gegenseitig, was super cool ist. Das heißt, hier mag ich es immer wieder mal was Neues auszuprobieren. Du siehst was Abgefahrenes und denkst […] „Woah, das probiere ich jetzt auch!“ Das pusht mich unheimlich.

Die andere Sache ist einfach, dass das Longboarden für mich eine gewisse Art Freiheit ist. Ein jeder Longboarder träumt davon in einem Longboardshop zu arbeiten, nichtsdestoweniger ist es manchmal auch stressig acht Stunden zu arbeiten und an Brettern rumzuschrauben. Sobald ich allerdings auf meinem Brett stehe, ist Ruhe. Da habe ich Musik auf den Ohren und fahr einfach nur rum. Da konzentriere ich mich auf‘s Fahren – da kann ich alles andere um mich herum vergessen. Das ist eben wie eine kleine einsame Insel auf meinem Brett.

Was reizt dich denn am meisten? Bist du eher der Dancer, Freestyler, Freerider oder Cruiser?Ich würde schon sagen Dancer und Freestyler. Ich glaube, dass man das schon gar nicht mehr so krass trennen kann. Diese Richtungen daher locker zu 70 %. Ich fahre `n bisschen Freeride, wo ich mich gerade an die Geschwindigkeiten ran taste. Es gibt natürlich viele Slides, die sehen super cool aus und die sind auch super schwer, aber ich liebe einfach Manuals und die, ganz, ganz lang und in Turns gezogen. Am besten noch in Kombination mit anderen Tricks. Da kann ich mich einfach mehr entfalten, als einfach `n Berg runter zu fahren und ein Slide zu machen.

…ja, da ist man etwas eingeschränkt.Genau, da kann man eben nicht so viel variieren. Mit dem Longboard kannst du beim Dancen jeden Scheiß machen! Du kannst überall fahren, machst hier `n Trick, machst da einen anderen Trick, hier eine Kombination – bist offener und freier in deinen Möglichkeiten.

Demzufolge machst du wahrscheinlich am liebsten Manuals, tippe ich jetzt einmal?Auf jeden Fall und die in jeder Variante mit Kombinationen! Ich mag dieses Gleichgewichtsgefühl, diese Kontrolle, die Balance auf einer Achse zu halten. Es ist noch einmal ein ticken krasser, als einfach nur zu fahren, weil es viel Konzentration erfordert und es sieht einfach cool aus.

Und was möchtest du für dich persönlich noch mit dem Longboarden erreichen bzw. bewirken? Du hast gerade schon etwas von „Kollektiv Rolln“ erwähnt.Weshalb wir das Kollektiv gegründet haben, ist zum Einen, dass wir Longboarden in Deutschland bekannter und natürlich auch größer machen wollen. Auf unserer Website „Kollektiv Rolln“ wollen wir demnächst Tricktipps zur Verfügung stellen, um Anfängern den Einstieg beim Longboarden zu erleichtern. Den Status, den wir jetzt  mit Nils als Vize-Meister, Wolf als super guten Fahrer, der auch schon ein paar Contests gewonnen hat und mit mir, als deutschen Meister haben, ermöglicht es uns nun auch Freunde zu unterstützen. Die Grafiken für die 2012er Artist Collection von „Bastl Boards“ hat Robert Richter, ein Freund von mir aus Dresden gemacht – da habe ich den Kontakt hergestellt. In unserem letzten Video „Dance the Walzer“ haben wir Nico Hesselmann, professioneller Fotograf/ Kameramann dabei gehabt, der ein Freund von uns ist. Wir arbeiten außerdem mit einem qualifizierten Cutter, Oliver Winkler, zusammen. Die Musik hingegen haben ein paar Freunde von Nils, die zusammen in der Band „Woodrow Wilson“ spielen, dazu beigesteuert.

PeterDurch das, was wir machen, wo wir Spaß dran haben; Leute noch zu unterstützen, zu helfen und ja, eine Win-Win Situation schaffen, ist einfach super. Jeder kann irgendwas dazu beitragen, um was Cooles rauszubringen und dabei noch gemeinsam Spaß an der Sache zu haben.

Gab es in den letzten zwei, drei Jahren irgendein prägendes Ereignis, welches dir immer in Erinnerung bleiben wird?Das sind so viele […].

Welches ist denn das Erste, was dir einfällt…?Peter MarkgrafIch finde, dass das Community Gefühl unter Longboardern etwas Besonderes ist. Als beispielsweise die Holländer zu Besuch kamen (man muss dazu sagen, dass wir zuvor keinen Kontakt miteinander hatten und uns gar nicht kannten), jedoch galt von Anfang an die Phrase: „Mi casa es su casa!“.  Ich hatte in meiner 40qm² Bude sechs schnarchende Holländer untergebracht! Es war von Beginn her ein sehr vertrautes Verhältnis, als ob man sich schon ewig kennt.

Die Community ist eine ganz, ganz große Geschichte, was das Longboarden ausmacht.

Hast du irgendeinen persönlichen Traum? Irgendein Ziel, wo du noch einmal unbedingt hinmöchtest?Ich möchte unbedingt eine ganze Zeit lang in Kalifornien verbringen und dort Longboarden und Surfen und das jeden Tag! Das Meer ist für mich ebenfalls ein Ort, der zurzeit ein unbeschreibliches Gefühl in mir auslöst.

Deswegen hoffe ich, dass irgendwann, wenn ich soweit noch fit bin und die Skills dazu habe, durch die Sponsoren irgendwie ein Kontakt entsteht, der mir die Möglichkeit gibt um die Welt zu reisen, verschiedene Spots zu sehen, allerhand Erfahrungen zu sammeln und viel zu erleben – einfach `ne coole Zeit zu haben!

Peter MarkgrafWas würdest du jedem Longboarder und Leser noch raten, bzw. gerne noch mit auf den Weg geben?Ich glaube, dass das Wichtigste ist, dass man die Zeit auf dem Board genießt. Kein falscher Ehrgeiz! Man sollte einen Trick machen, weil man den Trick cool findet, weil man es selbst will und nicht um irgendwem, irgendwas zu beweisen- das ist nicht Longboarden. Man sollte die Zeit, die Möglichkeiten und auch das Gefühl auf dem Brett genießen.

Einige letzte Worte noch?„Size does matter!“

Ich bedanke mich für das nette Gespräch und würd sagen, wir sehen uns beim Rollen!

 

Björn ist 28 Jahre alt und hat Musik- und Medienmanagement, sowie Journalism and Visual Media studiert. Er kam vor Jahren zwecks Studiums aus Oldenburg nach Berlin, studierte zwischendrin ein Jahr in Dublin und kam seither nicht mehr von der Hauptstadt los. Vom Skaten und Snowboarden angetrieben, entwickelte sich schnell eine Leidenschaft zum Longboarden und die Idee zu rolligebrettl nahm Gestalt an und ging im Sommer 2012 online.

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