Valeria Kechichian über ihre Projekte und Kuchensponsoren

Valeria Kechichian

Im kalten Winter trafen wir Valeria Kechichian bei der ISPO in München und unsere Blume hat es sich natürlich nicht nehmen lassen, ein “ernstes” Gespräch unter Frauen mit ihr zu führen. Auch wenn das Gespräch inzwischen eine Weile her ist, sind die Themen trotzdem sehr aktuell.

Rolligebrettl: Hi Valeria von der Longboard Girls Crew. Wie wir gehört haben, hattest du ein sehr aufregendes Jahr 2013?

Valeria Kechichian: Oh ja, letztes Jahr war wirklich besonders: Ich hatte die Möglichkeit sehr viel zu reisen, um Girls Meets überall auf der Welt zu organisieren und damit all die ganz verschiedenen Mädchen aus unterschiedlichen Städten zusammenzubringen. Daneben war ich, wie auch in diesem Jahr, beim Women in Boardsports in Switzerland und wir waren natürlich in Israel, um unseren neuen Film “Open” zu filmen. Ich war viel in ganz Deutschland und Österreich unterwegs und ein weiteres Highlight war mein Trip in die Staaten, wo ich in New York zum Broadway Bomb und zwei Wochen in Kalifornien war. Skaten in Kalifornien ist einfach wie der Himmel für Skater und dort abzuhängen war einfach cool.

©Maria ArndtHaben sie dich beim Broadway Bomb mit ihren Netzen geschnappt?

Valeria: Dreimal hätten sie mich beinahe verhaftet. Aber ich hab mich wirklich sehr angestrengt ihnen immer wieder zu entwischen. Überall waren die riesigen Schilder: “This is an outlaw event”, “This is illegal” und all das, was es für uns nur noch viel interessanter gemacht hat. Es hat soviel Spaß gemacht, all die Skater aus der ganzen Welt zu treffen, die extra für dieses Event nach New York gekommen sind. Stoked! Es war so atemberaubend!

Bei der ISPO wurde die erste Preview des neuen Films “Open” gezeigt, den du promotest…(den Trailer findet ihr unten im Artikel)

Valeria: Ja, wir zeigten bei der ISPO ein 5-minütiges Previewvideo exklusiv für die Messe. Es ist ein wirklich cooles Video geworden, aber leider werden wir es in dieser Form wahrscheinlich nicht online veröffentlichen. Alle anderen müssen sich weiter auf den fertigen Film freuen. Außerdem bin ich zur ISPO gekommen, um bei dem Women-in-Boardsports-Lunch zu sprechen, was wirklich eine Ehre für mich ist.

Wielange werden wir uns denn für “Open” gedulden müssen?

Valeria: Zunächst war März 2014 als Release angedacht. Allerdings wollen wir, dass dieses große Projekt einfach perfekt wird, weshalb wir alle um Geduld bitten. Wenn wir es jetzt veröffentlichen würden, wäre es einfach ein ordinärer Skateboardfilm. Wir denken, dass es sehr wichtig ist, vor allem als Frauen in den Boardsports große, aufsehenerregende Projekte zu machen, die Aufmerksamkeit erregen und das hohe Level der Frauen zeigen und steigern. Das Endprodukt soll eine epische Dokumentation über weibliche Longboarder sein – Wir haben 14 Fahrerin aus 11 verschiedenen Nationen an Bord im Mix mit der Kultur Israels, wo so viel passiert. Wartet bitte ein paar Monate darauf das alles zu sehen. – Vorfreude ist ja die schönste Freude.

Valeria und Blume auf der ISPO im Gespräch ©Björn Trakowsky

Wir als Women in Boardsports möchten mehr über dieses Projekt erfahren, an dem du dich aktiv beteiligst. Worum geht es?

Valeria: Women in Boardsports ist eine Association, die Frauen aus allen Boardsportarten mit der Industrien zusammenbringt, um Netzwerke zu knüpfen und einander zu unterstützen und zu fördern. Darin spürt man soviel Energie und wir motivieren uns so stark gegenseitig.

Ich denke, Projekte wie dieses ergeben neue Bewegungen, Kreativität und Denkanstöße. Obwohl der Einfluss von Fauen im Skaten und auch in allen anderen Boardsportarten im Allgemeinen wächst, denke ich, dass es noch viel Arbeit zu tun gibt, weil wir leider immer noch in der Minderheit sind. Es ist deshalb sehr wichtig, zusammen zukommen und einander bei neuen Wegen zu unterstützen. Ich freue mich wirklich sehr auf die weitere Zusammenarbeit.

Fühlst du persönlich dich völlig integriert und respektiert in der Skateszene?

Valeria: Natürlich! Ich möchte das auch nicht schlecht reden, natürlich gibt es viele ganz tolle normale Begegnungen, wo das Geschlecht keine Rolle spielt. Aber leider gibt es immer noch Sexismus in dieser Szene. Ich kämpfe weiter für wirkliche Gender-Gleichheit und die Unterstützung durch die Industrie.

Welche anderen Projekte hast du für 2014 noch geplant?

Valeria: Nachdem wir die Produktion und weltweite Veröffentlichung von Open absolviert haben, gibt es viele Filmfestivals, die bereits ihr Interesse angekündigt haben. Es gibt also mit diesem riesigen Projekt noch sehr viel zu tun. Aber wir werden natürlich auch ganz nah an den Leuten in der Szene weiterarbeiten und promoten, um all den Mädchen aus verschiedenen Ländern eine Stimme zu geben. Für Frauen im Longboarding eine unterstützende Plattform zu sein, sehe ich neben all den Events und Projekten als unsere Hauptaufgabe an.

©Maria ArndtJetzt wollen wir natürlich noch ein bisschen mehr über die Person hinter all dieser großartigen Arbeit erfahren. Also wer bist du wirklich? Was treibst du neben der Arbeit in der Longboard Girls Crew?

Valeria: Ich esse viel Kuchen. (lacht)

Professionell?

Valeria: Ja. Das nimmt die meiste Zeit ein, die neben der Longboard Girls Crew übrig bleibt.

Hast du einen Kuchensponsor?

Valeria: Nein! Warum eigentlich nicht? Ich bin so ein großer Kuchenliebhhaber, ich liebe Cupcakes, Cookies und all die Schweinereien. Darüber hatte ich noch nie nachgedacht! Obwohl Longboarding natürlich einen sehr großen Teil meines Lebens einnimmt, mag ich es und muss mich manchmal auch dazu zwingen, andere Dinge zu tun, die ich liebe: Surfen, Snowboarden, Laufen, Reisen und soviele andere Sachen – Die meisten stehen doch irgendwie mit dem Skaten in Verbindung. Manchmal vergesse ich, wie viel Spaß es macht, das gewohnte Umfeld mit all den Skatern zu verlassen und sich mit “normalen” Menschen zu unterhalten, um neue Perspektiven zu gewinnen.

Danke Valeria für den liebevollen Eindruck in dein Leben und auch einen besonderen Dank für den netten Smalltalk und dass du auch unsere nicht ganz so ernst gemeinten Fragen mit einem Lachen und Augenzwinkern beantwortet hast (Frauengespräche Jungs 😉 ).

Valeria: Ich danke euch! 🙂

 

Josefine aka Frau Blume ist 26 Jahre alt, von denen sie die letzten zwei fast komplett auf vier Rollen verbracht hat. Dancen ist ihre Leidenschaft, die sie mit breitem Grinsen und jeder Menge Motivation in die Welt trägt. Gerade hat sie ihr Medizinstudium in Magdeburg hinter sich gebracht und wird demnächst die erste skatende Neurologin Regensburgs sein. Von dort berichtet sie zukünftig für rolligebrettl.de über alles, was ihr tanzendes Herz beschäftigt.

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