Von der Idee auf die Straße: Wie entwickelt man ein Longboard?

Wie entsteht so ein Longboard eigentlich? Was sind die entscheidenden Schritte und welche Rolle spielen Teamfahrer? Wir haben uns die Frage gestellt: „Wie entwickelt man ein Longboard?“ Und haben hier die Antworten für euch:

Was will ich eigentlich für ein Longboard?

Am Anfang muss man sich klar machen, in welchen Bereichen das Longboard denn verwendet wird. Das Einsatzgebiet gibt uns auch schon einige Eigenschaften für das Board:

  • Will man ein Cruiser Board, sollte es einen Flex haben.
  • Ein Freestyle/Dancer sollte über Kicks verfügen.
  • Ein Downhill/Freeride Board sollte so Verwindungssteif wie möglich sein in alle Richtungen.

Nun kann man sich auch schon Gedankenspiele über den Shape machen: Soll es symmetrisch sein, oder doch lieber direktional. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, aber das entscheidende Mittel zum Erfolg ist die Innovation!

TD Rush

TD Rush

Woher kommt die Innovation?

Natürlich will man kein Board bauen, welches man schon für wenig Geld bei Aldi etc. kaufen kann. Kreativität und Raffinesse sind gefragt und hier kommen nun unsere Teamfahrer ins Spiel. Sie haben viel Zeit, weil Student oder Arbeitsloser, sind motiviert und wenn sie nicht gerade auf einer Skateparty sind, dann sind sie hart am Shredden. Sie sind die Besten der Besten im Lande und  motiviert mit dir das Board des Jahres zu bauen. Sie haben die entscheidenden Ideen im Shaping und sind eine enorm wichtige Unterstützung für den Entwicklungsprozess.

Der Longboardbauer darf sich aber nicht einfach ausruhen und seine Teamfahrer die Arbeit machen lassen, denn bekanntlich sind Skater oft mal faul und unzuverlässig und daher nützt es auch nichts, selbst ans Klemmbrett zu gehen. Weiters verfügt der Bauer über das technische Know-How. Welche Materialien kann ich verwenden und wie verbinde ich diese sinnvoll!? Wie wird der Workflow in der Werkstatt aussehen? Wie mache ich den Pressstempel? Fragen über Fragen und es geht noch viel weiter. Hier steckt wahrscheinlich noch mehr Innovationspotential wie im Shaping, die Zeiten des klassischen 9ply Boards sind vorbei. Neue Technologien haben Einzug erhalten, die gerade von deutschen Herstellern genutzt werden!!! Hat man alle Fragen geklärt, dann kann es auch schon losgehen.

Das Modell

Im Optimalfall zeichnet man ein 3d Modell am Computer und lässt den Shape mal auf sich wirken. Am Computer kann man sich so richtig austoben und auch mit dem Board ein bisschen spielen. Vielleicht doch mehr Rocker oder darf es ein bisschen mehr Kicktail sein – in einem Dialog aus Fahrer und Longboarbauer kann man hier was schönes modellieren.

TD Lateral

TD Lateral

Der erste Proto

Nun gehts ab in die Werkstatt- es gibt viel zu tun. Man muss den  Presstempel fräsen: Einer der wohl wichtigsten Schritte, denn der Stempel muss zu 10.000% passen. Fehler, die bei diesem Schritt nicht erkannt werden, können später fatale Folgen haben und das erneute umfräsen ist teuer und aufwendig. Ist die erste Hürde mit dem Stempel erstmal gemeistert, wird das Board verleimt und ab in die Presse und nach der Trockenzeit ausgefräst. Et voila: Schon ist er fertig unser erster Proto.

TD Prototype

TD Prototype

Nun kommt einer der besten Teile der Entwicklung: Das Testen. Achsen drauf und ab geht die Post. Feedback  und neue Ideen von den Teamfahrern einholen und neue Erkenntnisse über Material und Workflow ausarbeiten und wieder zurück in die Werkstatt solange bis alles passt und das Board Marktreif ist. Und wie man so ein DH-Board testet seht ihr hier:

 

 

Innsbruck, Österreich. Ein Skater, eine Leidenschaft ein Weg. Quirin Ilmer, genannt Qui fährt mit seinen 22 Jahren Downhill, Pool, slidet, ist am dancen, er skatet so ziemlich alles was zwei Achsen und vier Rollen hat. Qui kommt aus dem feinen Innsbruck, Tirol, welches weltweit bekannt ist für seine Berge, ganz im Gegensatz zur Weltsportart Skaten dort. Bis zu seinem 20. War er Vizemeister im Snowboard Parallelslalom, feierte seine ersten Internationalen Erfolge und startete danach mit dem Skaten. Begeistert vom Spirit of Longboarding gründete er die Longboard Community Innsbruck und mit X-Sports IBK den ersten Longboard Verein in Westösterreich. Gesponsert von DieBoerse.at und mit viel Elan widmet er sich nun der Longboardszene und rolligebrettl.de ganz nach dem Motto: „Einfach laufen lassen, weil that’s how we roll in Tirol.“

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