Wamboo: Zwischen Longboarding und Bodypainting

Longboard Carla

Javier Tesso ist einer der Gründer von Wamboo Longboards. Ein Longboardhersteller aus Argentinien. Wir haben Wamboo Longboards bemerkt, als wir über die kreative Downhill-Kampagne mit einer entzückenden Dame und ihrer Lederkombi gestoßen sind. Als neuer Redakteur bei rolligebrettl.de hatte die Gelegenheit ein Interview mit Javier zu führen und dabei über die Entwicklung von Wamboo, die Kampagne und das Longboarden in Argentinien zu reden.Carla Wamboo Boards

Hi Javier, wie geht’s dir? Kannst du uns bitte eine kurze Vorstellung über eure Firma “Wamboo Longboards” geben?

Hey! Es ist alles super bei uns, aber es wurde gerade Winter und nun versuchen wir damit klarzukommen, denn es wird auch einfach von Tag zu Tag kälter bei uns.
Wamboo hat 2008 damit angefangen Longboards in Mendoza, Argentinien zu produzieren. Am Anfang waren wir zu fünft, vier davon Industriedesign Studenten und ein Ingenieur Student. Wir alle haben uns auf der Universität kennengelernt und wollten mit dem dort erworbenem Wissen etwas anfangen. Zu Beginn war es der Plan Snowboards herzustellen und so recherchierten wir ein paar Jahre und bauten Prototypen. Das Ganze gab uns eine hervorragende Basis für das was in Zukunft entstanden ist. Denn nach einem Urlaubtrip nach Hawaii im Jahr 2006, kamen wir auf die Idee Longboards zu designen und herzustellen. Seit dem haben wir nicht mehr damit aufgehört.

Gibt es eine besondere Bedeutung hinter dem Brandnamen „Wamboo“?

Wir kamen nach dem Brainstorming darauf. Es hat eigentlich keine besondere Bedeutung. Wir wollten einfach einen neutralen Namen, nichts sagen, aber mit Wiedererkennungswert.
Wir verwenden bei unseren Brettern ein Holz namens „Guatambú (eine südamerikanische Version des Ahorns), so hat der Name „Wamboo“ eine kleine Beziehung zu unseren Boards. Das ist dann auch schon alles.

Ihr hab also vor fünf Jahren mit dem Longboardshapen begonnen und zwar mit zwei Cruising-Shapes. Wie war die Entwicklung zu anderen Shapes, wie zum Beispiel zu dem Downhill-Shape? 

Ja genau, am Anfang waren es zwei Cruising-Shapes. Zu dieser Zeit war das Longboarden auch relativ unbekannt in Argentinien. Aus diesem Grund haben wir mit diesen beiden Shapes begonnen und auf die Reaktionen gewartet. Im Jahr 2008 hatten wir dann aber schon das erste Downhill-Rennen in Argentinien, genau in unserer Heimatstadt Mendoza. Danach entschieden wir uns sofort eine komplette Linie an Longboards zu produzieren, eben auch mit der Entwicklung des Downhillers.Wamboo Longboards

Im Jahr 2013 habt ihr nun neun verschiedene Bretter im Angebot. Wo liegt der Unterschied zwischen diesen Brettern? 

Naja, es war immer unsere Idee für jede Art des Skatens einen Shape zu produzieren. Wir wünschen uns, dass jeder Fahrer die Chance hat unsere Boards zu genießen.

Für den Downhill und den Freeride bieten wir den Nuke, Zonda und den Mini Zonda. Weiter haben wir den Juice, Totem und den Long Play für die Freestylers und die Shapes Mahi-Mahi, Octopus and Fly Leaf sind unsere Bretter für das Cruisen.

Wir sind auf euch richtig aufmerksam geworden, als wir den Downhiller gesehen haben, beziehungsweise das Mädel mit der Bodypainting Lederkombi – was steckt hinter der Idee? 

(haha) Ja, wir hatten diese Idee schon sehr, sehr lange. Wir dachten einfach, dass es richtig kreativ wäre und es das Ganze bisher im Longboarden noch nicht gegeben hat. Dann haben wir die Fotografin Carolina Dottori kennengelernt, welche mit uns die Idee umsetzte. Sie sprach mit der Modelagentur „Rod Agency“, welche Carla als Model für uns auswählte. Alle arbeiteten gut zusammen für eine perfekte Umsetzung, es war einfach toll.

Wie waren die Reaktionen auf die Bilder?

Es ist quasi unmöglich 100% positive Reaktionen zu bekommen, ganz egal was du machst. Nicht jedem gefiel die Idee, (zum Beispiel dem Freund von Carla – haha) aber dem Großteil der Leute hat diese Aktion sehr gut gefallen, wie euch Jungs. Wir versuchten immer so respektvoll wie möglich zu sein. Der Bodypaint war unglaublich realistisch, man konnte fast meinen es wäre real. Die Fotos waren fantastisch, der Hintergrund sowie die Landschaft einfach traumhaft und natürlich Carla mit ihren unglaublichen Kurven – Kunst!

Wolltet ihr damit auch mehr Frauen zum Downhill Skaten bringen?

Na klar, warum nicht?Longboard Girl Bodypainting

Können wir mit mehr in dieser Richtung rechnen?

Wir arbeiten immer an neuen Ideen. Aber für die nächste Zeit war das genug Bodypainting.

Im Internet hab ich noch einen kleinen Jungen gesehen, keine zehn Jahre alt, der einen Stand-Up Slide macht. Wäre das etwas für eure nächste Werbekampagne? 

Haha, nein. Sein Name ist Nico Portugal, ein sechs-jähriger Rider aus Mendoza, der eine große Zukunft vor sich hat. Wir machten ihn zu einem Mitglied unseres Downhill-Teams im vergangenem Jahr. Ich hoffe wir werden in Zukunft noch einiges von ihm hören.

Mir ist aufgefallen, dass eure Shapes alle eine sehr einzigartige Graphik besitzen. Wir kommt ihr zu diesen? 

Wir haben die letzten Jahre mit einem sehr guten Graphiker namens Gabriel Novillo zusammengearbeitet. Die meisten Ideen kamen von seinem Kopf über seine Hand auf die Bretter.
Die letzten beiden Jahre allerdings, haben wir als Promotionzweck einen Designcontest gestartet, bei dem Hunderte aus ganz Südamerika teilgenommen haben. Die Leute konnten ihre Ideen einreichen und alle hatten die Möglichkeit für ihren Favoriten abzustimmen. Im Falle der beiden Bretter „Zonda“ und des „Mini Zonda“ war es Diego Stigliano der den Wettbewerb für sich entscheiden konnte. Er leistete unglaubliche Arbeit. Andres Vizio gewann den Contest für das „Freestyle Juice“. In Zukunft kommen noch weitere Contests.Longboarderin

Wie du schon vorher gesagt hast, lebt ihr in Argentinien. Wie ist die Community bei euch? Wie siehst du die Entwicklung des Longboardens? 

Das Longboarden hat sich über das ganze Land verteilt und es gibt hunderte neue Rider jedes Jahr. Leider hatten wir ein paar Unfälle mit Fahrern, welche sich nicht bewusst sind, dass sie die Straßen mit Autos teilen. Daher hat die Regierung beschlossen die Longboards von den Straßen zu verbannen, was natürlich ein sehr großes Problem für alle von uns dargestellt hat. Heutzutage ändert sich das zum Glück wieder. Jeder hilft zusammen, Helme werden getragen (was nicht selbstverständlich war) und verschiedene Vereine promoten den Sport in jeder kleineren Provinz und es gibt viele verschiedene Events über das ganze Jahr verteilt. Der Skill der Rider steigt weiter und jeder pusht sich gegenseitig immer voran. Sponsoren und Brands, sowie die Regierung helfen zusammen um größere Rennen zu organisieren. So sind wir zum Beispiel aktuell ein Part der IGSA Downhill World Cup Tour, welche im Oktober in San Luis abgehalten wird. Wir freuen uns riesig darauf.

Und wie siehst du eure persönliche Entwicklung für die nächste Saison/die nächsten Jahre?

Hoffentlich werden wir weiter wachsen und unsere Bretter, warum auch nicht, nach Deutschland und den Rest Europas verkaufen. Mit unserem Downhill- Team arbeiten wir an neuen Prototypen, testen neues Material sowie neue Shapes und so weiter. Wir lieben es uns weiter zu entwickeln. Mal sehen was dabei rauskommt!

Dankeschön Javier. Du hast das letzte Wort!    

Bitte lasst uns die nächste Fußball WM gewinnen!!

 

____________________ Interview in English______________________

Javier Tesso is one of the owners of Wamboo Longboards. A longboard manufacture from Argentina. We first noticed Wamboo Boards because of the very creative downhill-campaign with a beautiful girl and her “full leather body suit”. Our new editor Markus had the chance to interview Javier and talked about the development of Wamboo, the campaign and longboarding in Argentina.

Hi Javier, how are you doing? Please give us a short introduction about your company „Wamboo Longboards“. 

Wamboo Longboards

Hey! All good around here, winter just started, we are trying to get used to it, getting colder every day!
Wamboo has been producing Longboards in Mendoza, Argentina since 2008. In the beginning it was 5 of us, 4 Industrial Design students, and 1 Engineer student as well. We all met at the University, and wanted to do something with the knowledge we were receiving. We first tried to get into the manufacture of snowboards. We spent couple of years on research and prototyping. This gave us a great base for what was coming on in the future. After a trip to Hawaii in 2006, we came with the idea of designing longboards and we didn’t stop since then.

Is there a special meaning behind „Wamboo“? Or how did you get this your branding? 

We got it after brainstorming. There ́s no special meaning, we actually wanted a neutral name, meaningless but recognizable. One of the types of wood we use is called „Guatambú“ (the South American version of Maple), so it has got a little relationship with „Wamboo“ name.

So you started manufacturing longboards five years ago and started with two cruising shapes. How was the development to other shapes for example the downhill shape? 

Yes, in the beginning we started with 2 cruising shapes. Longboarding in Argentina was very little known by then, so we developed these models and looked at the reactions of the people. In the same year (2008) we had the first downhill tournament in Argentina, and it was held in our hometown, Mendoza. So after that we decided to design a complete line of longboards, including the downhill boards.Carla Longboarding

Now in 2013 you have nine different kinds of boards. What are the differences in your stock? 

Well it has been always our intention, to have a shape for every kind of ride. We expect every rider to have the chance to enjoy a Wamboo board.
For the „downhillers“ and „freeriders“ we got Nuke, Zonda and the Mini Zonda; Then we have the Juice, Totem and Long Play for the „Freestylers“ and the Mahi- Mahi, Octopus and Fly Leaf are our boards for the „Cuisers“.

We first noticed you because of the downhill shape or rather more because of your body painted downhill girl – what’s the idea behind it? 

(haha) We had this idea for a long time. We thought it was creative and it wasn’t done before in longboarding. When we met the photographer Carolina Dottori that idea came true. She talked with the owner of a models agency, and we all cooperated to make it happen. We had the idea, Carolina took the photos and „Rod Agency“ was in charge of choosing the girl (Carla) and the production. It was a perfect match.

What where the reactions to these pictures? 

t’s quite impossible to have 100% of positive reactions, whatever you do. Some people didn’t like the idea (Carla ́s boyfriend for example – haha). But we also had thousands of people enjoying it, like you. We tried to be as respectful as possible. The body-painting job was so really realistic, you could believe it ́s a real leather suit. The photographs were incredible, beautiful landscape on the background and of course Carla, with her incredible curves. Art!

Did you want to bring more girls to downhill longboarding with that body painting campaign? 

Yes! Why not?   

Can we expect some new stuff like that?

We are always thinking about new ideas. That is enough body painting by the moment!Longboard Girl Bodypainting

On the Internet i saw a boy, five/six years old doing a stand-up slide. Is that something your next campaign may look like? 

Haha, no. His name is Nico Portugal, a 6 year-old local rider, who has a great future. We made him part of our downhill team this year. Hopefully we will all hear from him in a couple more years!

I noticed that each shape has a very unique graphic. How did you get all these different graphics? 

We ́ve had been working all these years with a great graphic designer and drawer, Gabriel Novillo. Most of the graphics came from his mind and hand. The last 2 years we had also promoted an annual design contest, in which hundreds we had participants from Argentina and all over South America.

The participants sent us their works, and the people were able to chose and vote their favorite. This was the case for the “Zonda” and the “Mini Zonda” where Diego Stigliano did an amazing job and won the contest for these two boards. Andres Vizio won the contest for the „Freestyle Juice“. Soon more contests are about to come!Longboard GIrl Wamboo rolligebrettl

As you mentioned earlier, you are from Argentina. How is the community in your country? How is the growth of longboarding? 

Longboarding had spread really fast all around the country, getting hundreds of new riders every year. We had a few accidents with people riding without being conscious that they were sharing roads with cars, so governments thought it would be a good idea not to let longboards on the roads, which was a big problem for all of us.

Nowadays this is changing. Everyone is helping with the use of helmets, associations are promoting the sport in every province, and we have several tournaments all year around. The riders skill and the level in general is getting higher and higher, sponsors, brands and government support and help with the organization of this tournaments, and we are actually part of the IGSA Downhill World Cup, which will be held once again in San Luis, next October. Looking forward to it.

And how do you see your personal development for the next season/the next years? 

Sasha HeenanHopefully we will keep on growing, and delivering, why not, our decks to Germany and the rest of Europe. We are working with our DH Team in new prototypes, trying new materials, new shapes etc. We love improving ourselves. Let’s see what happens!

Thank you Javier. Some last words?

Please let us win in the next football world cup!

 

Markus Knoblechner

Er fotgrafiert, er schreibt, er skatet - am liebsten verbindet er alles miteinander. Die Rede ist von Markus Knoblechner, 26 Jahre und aus Salzburg, Sportjournalist Student, seit 2011 am Rollbrett unterwegs und seit 2013 sucht er den Kick beim Freeriden und Downhill. Neben rolligebrettl arbeitet und bastelt er an seinem eigenen Salzburger Longboard Blog und widmet seiner Zeit der Aktionsportfotographie. Ein cooler Typ, der vor Motivation nur so sprüht, wir freuen uns daher Markus mit an Board zu haben.

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